Contents : Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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haben  ja  ein  einfaches  Brief  gewicht  von  250  g  und  kommen
hier  gar  nicht  in  Betracht,  wie  das  ganz  genau  nachgewiesen
ist  in  meinen  Artikeln  in  der  „Frankfurter  Zeitung“  (1904,  Nr.  31,
36  und  113).
Die  Folge  dieser  Irrtümer  Stephans  pnd  der  Finanzverwaltungen, ­
  die  ja  leider  oft  mit  Verkehrstarif  fragen  nur  sehr
wenig  vertraut  sind,  ihrer  scheinbaren  Einfachheit  halber  es  aber
gewöhnlich  zu  sein  glauben,  war  die,  dass  dem  deutschen  Volke
eine  sehr  nützliche  Verkehrserleichterung  und  dar  Reiohskasse
eine  Mehreinnahme  von  12  Millionen  Mark  jahrelang  vorenthalten ­
  wurde.
Der  Eisenbahnminister  v.  Thielen  sagte  einmal  in  anerkennenswerter ­
  Duldsamkeit;  „Die  Kritik  ist  der  Verwaltung ­
  so  nötig  wie  das  menschliche  Atmen“  (dem
Körper).  Es  ist  nicht  eitle  Rechthaberei,  sondern  auf  langjährigen
Studien  fussende  wohlüberlegte  Kritik,  wenn  ich  hier  an  diese
Dinge  erinnere,  wo  auch  das  geplante  Welt-Pennyporto  immer
auf  die  alten  fiskalischen  'Widerstände  stösst.
Ich  erwähne  noch  kurz  einen  anderen  Fall,  den  das  Organ
des  Weltpostvereins,  die  „Union  postale“  (1909,  Nr.  1,  S.  8),  kürzlich ­
  aus  Neuseeland  berichtete.  Dort  wurde  das  inländische
einfache  Briefgewicht  am  1.  November  1906  von  V2  Unze
(14,17  gl  auf  4  Unzen  (113,36  g),  wie  in  England,  erhöht.  Aber
statt  des  berechneten  theoretischen  Ausfalls  von  25  436  £
(510  000  M)  ergab  sich  schon  im  ersten  Jahre  infolge  des  Mehrverkehrs ­
  bloss  ein  Ausfall  von  1088  £  (22  000  M).
Ein  weiteres  Hinausschieben  der  notwendigen  Weltportoreform
  empfiehlt  sich  aber  auch  deshalb  nicht,  weil  der  Verkehr
alljährlich  ohnehin  steigt  und  daher  in  Zukunft,  selbst  wenn  die
Finanzlage  einmal  günstiger  ist,  der  rechnerische  Ausfall
wiederum  viel  grösser  sein  würde 10 ).
10 )  Einige  Zahlen  werden  das  veranschaulichen.  Ich  entlehne  sie,  um
mir  diesmal  die  Mühe  der  besonderen  Feststellung  zu  ersparen,  dem  gedruckten ­
  Vortrage  des  Postrats  J  Jung:  „Der  Weltpostverein  und  sein
Einfluss  auf  den  Weltverkehr  und  die  Weltwirtschaft“  (Strassbnrg  1903,
S.  24,  25  und  44,  45)  und  füge  bloss  einige  neuere  Zahlen  hinzu.
Von  1877—1901,  in  25  Jahren,  hat  der  deutsch-ausländische  Briefverkehr ­
  sich  im  ganzen  vervierfacht.  Aber  im  einzelnen  ergeben  sich  noch
            
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