Full text : Die Entwickelung zum Socialismus

2.  die  Verzinsung  des  angelegten  Capitals  (einschliesslich ­
  der  Grundrente,  wenn  der  Unternehmer  zugleich
Besitzer  des  Grundstückes  ist),
3.  die  Risicoprämie.
Bei  anderen  Nationalökonomen,  die  sich  bemühen,
die  Capitalisten  in  Lohnarbeiter  zu  verwandeln,  in  der
Hoffnung,  dadurch  zu  vermeiden,  dass  durch  die  Umwandlung ­
  des  capitalistischen  Eigentums  in  Gemeineigentum ­
  die  Lohnarbeiter  in  Capitalisten  verwandelt  werden,
finden  wir  die  Sache  mit  anderen  Ausdrücken  dargestellt:
Risicoprämie,  Entbehrungslohn  remuneration  of  the
abstinence)  und  Untemehmerlohn  (wages  of  superintendence). ­

§  I.
Die  Risicoprämie.
Man  behauptet  erstens,  dass  die  Extraprofite,  die
einzelnen  Capitalisten  zufallen,  eine  Entschädigung  für
die  hohen  Gefahren  darstellen,  denen  sie  ausgesetzt  sind.
„Die  Erfahrung  lehrt  uns,“  so  sagt  Leroy-Beaulieu,  „dass
von  10  Unternehmern  in  der  Industrie  oder  im  Handel,
2  oder  3  Bankerott  machen  oder  in  Zahlungsschwierigkeiten ­
  geraten,  5  oder  6  höchstens  ihren  Lebensunterhalt
verdienen,  nur  eine  bescheidene  Entlohnung  für  ihre  Arbeit
gewinnen  und  kaum  ihre  Habe  bei  einander  halten  oder
doch  nur  in  sehr  bescheidenen  Grenzen  vermehren  können,
und  dass  endlich  höchstens  einer  oder  zwei  ein  irgendwie
beträchtliches  Vermögen  erwerben.“*)
Wenn  es  also  Unternehmer  giebt,  die  sehr  viel  verdienen ­
  und  selbst  zu  viel  zu  verdienen  scheinen,  so  darf
man  nicht  vergessen,  dass  ein  anderer  Teil  mit  Verlust
arbeitet.  Das  zeigen  auch  die  Ziffern  von  2254  deutschen
Actiengesellschaften,  deren  Bilanzen  für  1891-92  van  der
Borght  mitgeteilt  hat:

')  Traité  d’économie  politique,  IL,  pag.  207.
            
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