Full text: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel II. Der Staatssozialismus. 
465 
Sache, die man, einmal verausgabt, nicht wiederfindet 1 ). Noch weniger 
gibt Rodberttjs zu, daß die Güter Voraussicht oder Ersparnisse, d. h. 
eine moralische und gleichzeitig intellektuelle Anstrengung gekostet hätten 
(der Name, den man ihr gibt, hat keine Bedeutung), auf Grund deren ein 
sofortiger Genuß aufgeschoben wird, um die Summe der zukünftigen' 
Güter zu steigern 2 ). So übernimmt Rodberttjs, indem er ihn präzisiert 
und weiter entwickelt, jenen Satz, mit dem Smith seinen „Völkerreichtum“ 
eröffnet: „Die jährliche Arbeit eines Volkes ist der Fonds, der dasselbe mit 
allen Bedürfnissen und Annehmlichkeiten des Lebens versorgt, die es 
jährlich verbraucht.“ 
Weisen wir sogleich auf den Unterschied der Haltung zwischen Rod- 
j b ertüs und Marx hin. Dieser ist durchaus von der englischen National 
ökonomie und dem englischen Sozialismus durchtränkt, geht von der 
Theorie des Tausches aus und macht die Arbeit zur Quelle allen Wertes. 
Rodberttjs, der auf den Saint-Simonisten fußt, geht von der Produk 
ten aus und macht die Arbeit zur einzigen Quelle aller Produkte, eine 
Behauptung, die einfacher und wahrer als die vorhergehende ist, wenn sie 
au ch noch immer unvollkommen bleibt. Rodberttjs sagt nicht nur nicht, 
daß die Arbeit allein den Wert schaffe, sondern er bestreitet dies aus- 
I j'rücklich und an verschiedenen Stellen, indem er diese seine Meinung 
be g r ündet 3 ). Nach seiner Ansicht muß der soziale Fortschritt gerade 
l ) Vgl. Zur Erkenntnis usw. S. 7—10: „Alle wirtschaftlichen Guter kosten 
Reiter nichts als Arbeit“.... (Auf Grund des franz. Textes. Anm. des Ubers.) In dem 
■hatten sozialen Brief drückt er diesen Gedanken in der_folgenden etwas ver 
schiedenen Form aus: „Nur diejenigen Güter gehören zu den wirtschaftlichen, welche 
Arbeit gekostet haben“ (Schriften, Bd. II, S. 105-106) und indem er diesen Ge 
danken entwickelt, sagt er, daß diese Formel bedeute: 1. „daß alle wirtschaftlichen 
Guter nur Arbeitsprodukte sind“; 2. daß „sie für die wirtschaftliche Auffassung ment 
als Produkte der Natur oder irgendeiner anderen Kraft, „sondern nur der Arbeit 
gelten“; 3. „daß die guter, wirtschaftlich genommen, nur das Produkt derjenigen 
r beit sind, welche die materiellen Operationen, die dazu notwendig sin , verric e 
la t“. Hinsichtlich seiner Gedanken über die industrielle Leitung und ihre 1 n 0 u g 
Wh Schriften, Bd. II, S. 219. , A -,9« 
, 2 ) Vgl. hierüber Rist, „Le Capital provient-il umquement du travail. (stammt 
öas Kapital einzig aus der Arbeit?) in der Revue d Fconomie Politique, 
Februar 1906. 
Rodber 
die Güter hätten nur 
, .wjijuertus sagt ausdrücklich, daß die ^Produktes immer der Kosten- 
Arbeit gekostet, nicht bedeutet, „daß der heute schon einen Maßstab des 
arbeit adäquat ist; mit anderen Worten, daßdieA b das scho n in den Forde- 
Wertes abgeben könne“. (Ebd. S. 104—106.) Ei' b " rk enntnis usw. S. 129-131 
jungen, im Jahre 1837. 1842 wies er m dem * h den Kosten der Arbeit 
die Gründe nach, weshalb der Wert eines die Kapitalgewinne auszu- 
s e'> die es erfordert hat. Sie sind: 1. I} 1 ® 1 . , n gutes sich auf die Kosten der 
gleichen; 2. die Tatsache, daß der Preis jedes emze^ en ist In seinem Z wei ten 
lemgen Einheit gründet, deren Reproduktm Arbeitswertes nur ein Ideal ist 
Sozialen Briefe wiederholt er, daß die: Iheor e all Rudolf Meyer vom 
(Kapital, franz. Übers., Anhang S. 279). ln eme 30 
Ui <le und Rist, Gesch. d. Volkswirtschaft!. Lehrmcmungen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.