Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  II.  Der  Staatssozialismus.

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Sache,  die  man,  einmal  verausgabt,  nicht  wiederfindet 1 ).  Noch  weniger
gibt  Rodberttjs  zu,  daß  die  Güter  Voraussicht  oder  Ersparnisse,  d.  h.
eine  moralische  und  gleichzeitig  intellektuelle  Anstrengung  gekostet  hätten
(der  Name,  den  man  ihr  gibt,  hat  keine  Bedeutung),  auf  Grund  deren  ein
sofortiger  Genuß  aufgeschoben  wird,  um  die  Summe  der  zukünftigen'
Güter  zu  steigern 2 ).  So  übernimmt  Rodberttjs,  indem  er  ihn  präzisiert
und  weiter  entwickelt,  jenen  Satz,  mit  dem  Smith  seinen  „Völkerreichtum“
eröffnet:  „Die  jährliche  Arbeit  eines  Volkes  ist  der  Fonds,  der  dasselbe  mit
allen  Bedürfnissen  und  Annehmlichkeiten  des  Lebens  versorgt,  die  es
jährlich  verbraucht.“
Weisen  wir  sogleich  auf  den  Unterschied  der  Haltung  zwischen  Rodj
  b ertüs  und  Marx  hin.  Dieser  ist  durchaus  von  der  englischen  Nationalökonomie ­
  und  dem  englischen  Sozialismus  durchtränkt,  geht  von  der
Theorie  des  Tausches  aus  und  macht  die  Arbeit  zur  Quelle  allen  Wertes.
Rodberttjs,  der  auf  den  Saint-Simonisten  fußt,  geht  von  der  Produkten ­
  aus  und  macht  die  Arbeit  zur  einzigen  Quelle  aller  Produkte,  eine
Behauptung,  die  einfacher  und  wahrer  als  die  vorhergehende  ist,  wenn  sie
au ch  noch  immer  unvollkommen  bleibt.  Rodberttjs  sagt  nicht  nur  nicht,
daß  die  Arbeit  allein  den  Wert  schaffe,  sondern  er  bestreitet  dies  aus-I
  j'rücklich  und  an  verschiedenen  Stellen,  indem  er  diese  seine  Meinung
be g r ündet 3 ).  Nach  seiner  Ansicht  muß  der  soziale  Fortschritt  gerade

l )  Vgl.  Zur  Erkenntnis  usw.  S.  7—10:  „Alle  wirtschaftlichen  Guter  kosten
Reiter  nichts  als  Arbeit“....  (Auf  Grund  des  franz.  Textes.  Anm.  des  Ubers.)  In  dem
■hatten  sozialen  Brief  drückt  er  diesen  Gedanken  in  der_folgenden  etwas  verschiedenen ­
  Form  aus:  „Nur  diejenigen  Güter  gehören  zu  den  wirtschaftlichen,  welche
Arbeit  gekostet  haben“  (Schriften,  Bd.  II,  S.  105-106)  und  indem  er  diesen  Gedanken ­
  entwickelt,  sagt  er,  daß  diese  Formel  bedeute:  1.  „daß  alle  wirtschaftlichen
Guter  nur  Arbeitsprodukte  sind“;  2.  daß  „sie  für  die  wirtschaftliche  Auffassung  ment
als  Produkte  der  Natur  oder  irgendeiner  anderen  Kraft,  „sondern  nur  der  Arbeit
gelten“;  3.  „daß  die  guter,  wirtschaftlich  genommen,  nur  das  Produkt  derjenigen
r beit  sind,  welche  die  materiellen  Operationen,  die  dazu  notwendig  sin  ,  verric  e
la t“.  Hinsichtlich  seiner  Gedanken  über  die  industrielle  Leitung  und  ihre  1  n  0  u  g
Wh  Schriften,  Bd.  II,  S.  219.  ,  A  -,9«
,  2 )  Vgl.  hierüber  Rist,  „Le  Capital  provient-il  umquement  du  travail.  (stammt
öas  Kapital  einzig  aus  der  Arbeit?)  in  der  Revue  d  Fconomie  Politique,
Februar  1906.
Rodber

die  Güter  hätten  nur
,  .wjijuertus  sagt  ausdrücklich,  daß  die  ^Produktes  immer  der  Kosten-Arbeit
  gekostet,  nicht  bedeutet,  „daß  der  heute  schon  einen  Maßstab  des
arbeit  adäquat  ist;  mit  anderen  Worten,  daßdieA  b  das  scho n  in  den  Forde-Wertes
  abgeben  könne“.  (Ebd.  S.  104—106.)  Ei'  b "  rk enntnis  usw.  S.  129-131
jungen,  im  Jahre  1837.  1842  wies  er  m  dem  *  h  den  Kosten  der  Arbeit
die  Gründe  nach,  weshalb  der  Wert  eines  die  Kapitalgewinne  auszus
 e'>  die  es  erfordert  hat.  Sie  sind:  1.  I} 1 ®  1  .  ,  n  gutes  sich  auf  die  Kosten  dergleichen; ­
  2.  die  Tatsache,  daß  der  Preis  jedes  emze^  en  ist  In  seinem  Z  wei  ten
lemgen  Einheit  gründet,  deren  Reproduktm  Arbeitswertes  nur  ein  Ideal  ist
Sozialen  Briefe  wiederholt  er,  daß  die:  Iheor  e  all  Rudolf  Meyer  vom
(Kapital,  franz.  Übers.,  Anhang  S.  279).  ln  eme  30
Ui <le  und  Rist,  Gesch.  d.  Volkswirtschaft!.  Lehrmcmungen.
            
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