Kapitel III. Der Marxismus.
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der Konzentration genügen wird, „die Expropriation weniger Usurpatoren
durch die große Masse“ auszuführen.
Was ist nun zum Schluß — wir wollen nicht sagen, der Zweck oder
das Ziel, da der Marxismus sich weigert, ein solches anzugeben — aber zum
wenigsten die Voraussage des marxistischen Programms? Gewöhnlich
sagt man: die Abschaffung des Privateigentums, und hierzu ist man um
so mehr berechtigt, da das kommunistische Manifest dies in klaren
Worten ausspricht: „In diesem Sinn können die Kommunisten ihre Theorien
in dem einen Ausdruck: Aufhebung des Privateigentums — zusammenfassen“
1 ).
Das Manifest führt aber zugleich aus, wie dies zu verstehen ist. Das
Privateigentum, um dessen Abschaffung es sich handelt, ist nicht das
Recht des Arbeiters auf das Erzeugnis seiner Arbeit, sondern das Recht
auf das Erzeugnis der Arbeit Anderer, der Arbeit des Lohnempfängers.
Es ist die Form des Besitzes, die Privateigentum genannt wird, die man
aber genauer bürgerliches Eigentum nennen sollte, und die bestimmt ist,
unter der kollektivistischen Ordnung zu verschwinden. Was das Eigentumsrecht
des Menschen an dem Produkt seiner Arbeit anlangt, wie es
früher unter der Herrschaft der Zünfte und der bäuerlichen Landwirtschaft
existierte, so hat es vom Kollektivismus nichts zu fürchten: der Kapitalismus
ist es, der im Zuge ist, es zu zerstören, indem er es durch das Lohnsystem
ersetzt! Weit davon entfernt, dieses Eigentumsrecht zu vernichten,
wird es der Kollektivismus wieder ins Leben rufen — nicht mehr
unter der veralteten und individualistischen Form des Eigentums des
Arbeiters an der von seiner Arbeit erzeugten Sache, denn dies ist in Zukunft
mit den Bedingungen der Großproduktion und der Arbeitsteilung
unverträglich, — sondern unter der Form eines Anrechtes auf einen dem
Erzeugnis seiner Arbeit entsprechenden Wert 2 ).
9 Engels sagt auch: „Die Aufgabe des kommunistischen Manifestes war die
Proklamation des unvermeidlich bevorstehenden Untergangs des heutigen bürgerhchen
Eigentums“ (Vorwort zum kommunistischen Manifest, S. 6).
Heute jedoch zieht man vor, als Ziel des kollektivistischen Sozialismus die Abschaffung
des Lohnsystems hinzustellen, — da die Abschaffung des Eigentums nur
u? s unvermeidliche Mittel zur Erreichung dieses letzten Zieles ist. So sagt Labriola
(Essai sur la Conception Matfirialiste, 2. Ausg., S. 62): „Sie (die Proletarier)
gelangen zu dem Verständnis, daß sie nur ein Ziel vor Augen haben müssen: die Abschaffung
des Lohnsystems.“
Das gleiche Ziel wird aber auch von Anderen, als den Sozialisten erstrebt, von
r en Assozialisten, den Kooperativisten, und von der radikal-sozialistischen Partei;
'ndem diese sich auf den entgegengesetzten Standpunkt stellen, glauben sie, daß das
einzige Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, in der Vermehrung des Eigentums bestehe,
^ährend seine Abschaffung ganz im Gegenteil die Verallgemeinerung des Lohnsystems
bedinge.
2 ) „Der Kommunismus nimmt keinem die Macht, sich gesellschaftliche Produkte
a nzueignen, er nimmt nur die Macht, sich durch diese Aneignung fremde Arbeit zu
Unterjochen“ (Kommunistisches Manifest, S. 20).