512
Viertes Buch. Die Abtrünnigen.
jenigen Theorien des Meisters verteidigen zu können* die unhaltbar er
scheinen, wie z. B. die des Arbeitswertes. Sie sagen, daß Marx eine Ge
sellschaft angenommen habe (hier haben wir das: „Angenommen, daß • • •
Ricardo’s!), in der die Arbeit überall gleichartig sei, usw. 1 ).
Der Marxismus ist daher ein auf den klassischen Baum gepfropfte 1
Zweig, und so sehr sich auch der Baum über die eigentümlichen Früchte,
die man ihn zu tragen zwingt, erstaunt und entrüstet, so ist er es doch
gewesen, der sie mit seinem Saft genährt hat. Daher hat man schreiben
können, daß Das Kapital „nicht das erste Buch des kritischen Kon 1 '
munismus, sondern das letzte große Buch der bürgerlichen Volkswirt
schaft sei“ 2 ).
Nicht nur setzt der Marxismus die Wissenschaft der Ökonomik fort,
die er hochachtet, — wenn er die Volkswirtschaftler heftig angreift, sö
tut er dies nur, um ihnen zu beweisen, daß sie sie schlecht verstanden
haben —, sondern, was überraschender ist, er zollt dem Kapitalismus
seine Achtung 3 ). Die Marxisten bewundern das große Werk, das er durch'
geführt hat. Sie sind ihm für die wirklich revolutionäre Rolle (so drücke®
x ) Vgl. z. B. was Georges SoKEtin der Revue Internationale de Sociolog* |
1900 (Les polemiques pour Finterpretation du marxisme, S. 248) schre 1 .i,
„Bei Marx gibt es keine eigentliche Werttheorie in dem Sinne, den man gewöhn®
mit diesem Ausdruck verbindet, sondern eine Theorie des wirtschaftlichen ^jj,
gewichts, die auf den Fall einer bis ins äußerste vereinfachten Gese
schaft zurückgeführt ist. Man unterstellt, daß alle Industrien gleichwer
sind, und daß die Arbeiter einen gleichförmigen Typus bilden; die Leistung ein ,
Arbeitsstunde einer Gruppe von 10 Arbeitern wird überall dasselbe erzeugen; sie J
ganz gleich in welchem Zweige der Beschäftigung, die gleiche intensive Größe
gewissen Menge leisten, die das vorstellt, was das Vergleichungsmoment der ™ a
ausmacht: den Wert... So erhält man ein Bild, das keinen anderen Nutzen zu n®
scheint, als die Möglichkeit, nachzuweisen, durch wohldurchdachte künstl 10
Konstruktionen die Theorie des Zeitwertes mit dom Marktpreis in Übe rc
Stimmung zu bringen. 1 * ^
2 ) Labriola, Conception matfirialiste, S. 91. Und G. Sorel sagt: ^
Wirklichkeit steht der Marxismus der sogenannten manchesterlichen Volkswirt 86
viel näher, als dem Utopismus. Dieser Punkt hat seine große Bedeutung“ (k a
composition du marxisme, S. 44).
3 ) „Die Rolle der Bourgeoisie in der Geschichte ist ganz außerordentlich
volutionär gewesen . .. Gerade der Bestand der Bourgeoisie bedingt eine bestan
Umformung der Produktionsmittel, und daher der Produktionsbedingungen, un ^ s
folgedessen auch der gesamten sozialen Bedingungen . . . Zerbrochen sind ^ ^
dahin unveränderlichen sozialen Bande, die Bande, die bis dahin mit dem S a fleJ1 ,
Anhang ihrer alten und ehrwürdigen Gedanken und Vorstellungen wie zusam jjt
gerostet waren. Alles das, was den Kastengeist und das feste Gefüge vorstellt, 8 s
in Rauch auf, Alles, was als heilig gegolten hatte, wird profaniert“ (Kommunist 18
Manifest, S. 11). c jfrig
Übrigens arbeitet, nach der Meinung der Marxisten, der Kapitalismus ® e „
an seiner Selbstzerstürung, was doch wirklich das non plus ultra eines revolutm
Charakters istl