Kapitel III. Der Marxismus.
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Diese materialistische Auffassung — im landläufigen Sinne dieses
Wortes — scheint den Marxismus von jedem moralischen Bedenken, jeder
Gefühlsaufwallung zu trennen, und, wie Schäffle in einem oft erwähnten
Wort sagt: die soziale Frage zu einer „Magenfrage“ zu machen. Daher
ist sie auch nur mit Schwierigkeit von den französischen Sozialisten aufgenommen
worden, die sich alle Mühe gegeben haben, sie mit einer Art
Heiligenschein zu umgeben 1 ).
Die reinen Marxisten sagen aber, daß diese Schönfärberei unnötig
’st und nur ein vollständiges Verkennen dessen zeigt, was der Materialismus
wirklich ist. Denn im richtigen Sinn, d. h. im esoterischen Sinn aufgefaßt,
wie sich dies überhaupt für die ganze marxistische Lehre gehört, schließt
Her historische Materiahsmus keineswegs den Idealismus aus: was er ausschließt,
ist die Ideologie, und das ist etwas ganz Verschiedenes. Er unterwirft
den Menschen durchaus nicht der Fatalität eines materiellen Milieus:
im Gegenteil, er sieht die Entwicklung in „dem bewußten, wenn auch
behinderten Streben der Menschen, den sozialen Bedingungen, unter
denen sie leben, zu entrinnen“ 2 ). So wäre also der historische Materialismus
zuletzt eine Art Philosophie des Strebens 3 ). Man wird verstehen, wie
schwierig es ist, so nebelhafte Doktrinen zu kritisieren.
c) Der marxistische Sozialismus unterscheidet sich von den früheren
sozialistischen Bichtungen dadurch, daß er ausschließlich Sozialismus der
Arbeiterklasse sein will. Dieser Zug gibt ihm sein besonderes Gepräge,
Utl( l in ihm liegt seine Stärke. Nur so läßt sich verstehen, daß er seine
ganze Anziehungskraft bewahrt hat um' vtr: ■> ' oer neuen Formen
ei nw e , e . n . ist ’ * s t das Werk des Menschen gewesen, doch war es nur selten das Ergebnis
Stelle- T SChen Wahl 0<ier eines vernünftigen Willens“ (Ebd. S. 133). An anderer
schuf ” , dem der Mensch nach und nach die verschiedenen sozialen Milieus schuf,.. .
er sich selbst“ (Labriola, ebd., S. 131—132).
■^etanl Werden aus dem Rahmen dieses Buches fallen und uns auf den Boden der
w., Hsik hegeben, wenn wir diese Lehre klarer darstellen wollten, — was sie übrigens
^notwendig braucht.
Le ^h-he besonders die Bücher von Jahres, fitudes socialistes; Georges Renard,
gime socialiste; Fourniere, L’Individu, l’Association et l’fitat.
®°ciar ABRI ° LA ’ °P' C1 *- Vandervelde (L’Idöalisme marxiste in der Revue
Hon M 1Ste ’ H ; h ruar 1904) schreibt, daß „sich in letzter Analyse die Beweisführung
Jeder au * e * n Postulat der Moral gründet. Die Gerechtigkeit verlangt, daß ein
rbeitende den vollkommenen Ertrag seiner Arbeit erhalte“.
Verf a lc m genau dasselbe sagt Landet (in einem Band, der Vorträge verschiedener
Aach SSe ^ Ltudes sur la Philosophie morale au XIX e siede, S. 164).
m 0u ii Se ’ ner Ansicht ist die Moral Marx’ possibilistisch, d. h. er nennt alles das
all es cl ’ WaS die wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen bestrebt ist, und unmoralisch
3 , as ’ was sie zu zerstören sucht.
diej} ' daher bringt man heute den Neo-Marxismus mit Gedanken in Verbindung,
sopijj ® ansc heinend kontradiktorisch gegenüberstehen, nämlich mit den neueren philo-Phi],,!
, b e hren des Pragmatismus und denen Bergson’s (siehe Guy Grand, La
So Phi e syndicaliste).
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