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produzierenden Gegenstandes angefertigt werden, oder dieselben ver-
schiedene Stadien der Bearbeitung durchmachen, indem die Arbeit
selbst in verschiedene Tätigkeiten zerlegt ist, die sich gegenseitig
ergänzen. Bücher nennt dies Arbeitszerlegung. Philippovich stellt
der. technischen Arbeitsteilung die Betriebsspezialisierung und die
yesellschaftliche Arbeitsteilung, die zur Ausbildung von Ständen und
Klassen führt, gegenüber, In einer Maschinenbauanstalt besteht eine
besondere Abteilung für die Modelltischlerei, eine besondere für die
Schlosserwerkstatt, getrennt von der Schmiede, in einer eigenen Ab-
teilung findet das Formen und Gießen, in einer anderen die Montierung
statt, ev. ist eine Abteilung für Klempnerei, Lackier- und Polsterarbeit
vorhanden, während sich ganz davon entfernt die Zeichenräume der In-
genieure befinden. Damit Hand in Hand geht die Standardisierung
(s. S. 67), d. h. das Prinzip in der Produktion, Gleichartiges, Ersetzbares
zu schaffen. Ebenso zerlegen sich die einzelnen Arbeiten, welche auf
denselben Gegenstand verwendet werden müssen, wie bei der Stahl-
federfabrikation, der Nadelfabrikation usw. Und auch hier wiederum
pflegt eine Arbeitergruppe eine bestimmte einseitige Arbeit auSZu-
führen, und in dieser wiederum jeder Arbeiter eine besondere Funktion
auszuüben, z. B. bei dem Bedienen der Maschinen. In der Haus-
industrie ist Arbeitsteilung z. B. in der Uhrenfabrikation im Jura
außerordentlich ausgebildet gewesen, wo dieselbe in 53 verschiedene
Fabrikationszweige und in über 300 Tätigkeiten zerfiel, die jede von
besonderen Familien, mitunter von besonderen Dörfern ausschließlich
übernommen. waren. Aehnliches ist in der Spielwarenindustrie in
Thüringen zu beobachten.
Die Differenzierung hat sich nun nicht nur in der Industrie,
sondern auch in den Wissenschaften vollzogen. Nach Gründung der
Universität Halle war längere Zeit hindurch die ganze medizinische
Fakultät durch nur zwei Ördinarien vertreten, die noch zugleich die
Naturwissenschaften zu lehren hatten, wie Zoologie, Mineralogie und
Botanik und, soweit sie vorhanden war, auch Chemie. Noch im Be-
ginn des 19. Jahrhunderts hatte der Vertreter der Chirurgie auch
die Gynäkologie, die Augenheilkunde, die Zahnheilkunde und die Be-
handlung der Ohren zu übernehmen, welche jetzt sämtlich ihre be-
sonderen Vertreter haben. Die Fakultät wird gegenwärtig durch
13 ordentliche Professoren vertreten, zu denen noch eine Anzahl
Extraordinarien hinzukommt, welche noch besondere Teile der Heil-
kunde als Spezialisten für Magen-, Brust, Haut- und Kinderkrankheiten
übernommen haben, die bei den Ordinarien vereinigt sind. So ist
überall derselbe Vorgang zu beobachten.
‚ Ein jeder Fortschritt führt eine Differenzierung mit sich, die ‚Bildung der.
wiederum eine Vervollkommnung und damit einen weiteren Fortschritt rufsklassen,
anbahnt. Dies führt weiter zur Ausbildung nicht nur der verschiedenen
Berufsklassen, sondern auch zur Scheidung der Gesellschaftsklassen,
wie sie sich im Altertume und im Orient in krassester Weise in den
Kastenabteilungen, im Mittelalter in den Ständen, die sich schroff
gegenüberstanden, wie noch in der neueren Zeit in Hoch und Niedrig,
Arm und Reich, Gebildeten und Ungebildeten finden. Auf den Streit
zwischen Schmoller und Bücher, welches Moment das primäre,
welches das sekundäre, ob Begabung und Besitz als Ursache der
Arbeitsteilung anzusehen ist, oder ob umgekehrt durch die Arbeits-
teilung sich jene Verschiedenheit in Begabung und Besitz durch Ver-