Full text: Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

kennen zu lassen und die Grundlage für eine gerechte Besteuerung 
zu geben. Abschriften des Reichskatasters sind den beteiligten Staats- 
und Provinzialbehörden zur Verfügung zu stellen, um die Dezentra- 
lisation der weiteren Forschung und Bearbeitung zu ermöglichen. 
B. MADRID 
5. Die Zwecke und die Methoden von Lagerstätten- 
inventuren 
Vortrag auf dem Internationalen Geologenkongreß in Madrid 
1926. Von M. Krahmann. 
Einleitung 
Lagerstätteninventuren sind Feststellungen der Vorräte an nutz- 
baren Mineralien, mit denen Gegenwart und nächste Zukunft zu 
wirtschaften haben. Im Begriff des Wirtschaftens, besonders der 
Bergwirtschaft, liegt zweierlei: einmal das Schaffen neuer Werte, 
wertvoller Güter mit Hilfe natürlicher Rohstoffe, 
zweitens das Haushalten, das sparsame Umgehen mit dieser na- 
türlichen Grundlage, also die Sorge um die Zukunft, zumal wenn 
der nicht nachwachsende Vorrat begrenzt erscheint, 
Das Wirtschaften in der Bergwirtschaft, also der Abbau, soll dann 
irgendwie eingeteilt, geordnet werden, um die Zukunft zu sichern, 
es soll eine Inventur, eine Bestand- und Wertaufnahme dessen auf- 
genommen werden, womit zu wirtschaften ist, — es fragt sich nur, 
nach welchen Grundsätzen und von welcher Instanz. 
Aus solchen unklaren Gefühlen, Sorgen und Wünschen heraus 
wurden schon vor Jahrzehnten verschiedene englische Kohlen- 
kommissionen eingesetzt, um die Grundlage der englischen Indu- 
strie-, Handels- und Weltmacht, die Kohlenschätze Englands auf 
ihren Bestand und ihre Dauer hin zu prüfen, — in den Jahren 1910 
und 1913 befaßten sich dann die Internationalen Geologenkon- 
gresse zu Stockholm und Toronto mit den Weltvorräten an Eisen- 
erz und Kohlen, und die gegenwärtige Tagung zu Madrid soll die 
Vorräte an Phosphaten und Schwefelkiesen erörtern. 
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