Beginnender Realismus.
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und Waldmüller einen Zug ins Theatralische, mehr Akademisch⸗
Vornehme, „Edle“ annahm, und in Berlin, wo sie namentlich
von Eduard Meyerheim in einer besonderen Note vertreten
wurde. Denn bei ihm zog sich das Landschaftliche und damit
die Natur überhaupt mehr zurück; und im Zusammenhange
damit entwickelte sich das Sentimentale zum Rührseligen: schon
sein erstes großes Bild, der „Schützenkönig“ von 1836, zeigt
diese Eigenschaften. Es war im Grunde mehr der Ausdruck
der besonderen Stimmung des Norddeutschen gegenüber dem
Bauernleben, dem der Bürger hier weit ferner stand als in
Süddeutschland, besonders in Bayern, und selbst am Rheine:
denn Meyerheim haͤtte an sich nichts Affektiertes: er emp⸗
fand hell und rein und malte darum auch naiv, was andere
empfanden.
Das Sittenbild in dem geschilderten Umfange seines In—
haltes und später darüber hinaus auch in Darstellungen aus
dem bürgerlichen Leben wurde in den dreißiger und vierziger
Jahren weitaus am meisten gepflegt: vor allem auch von den
damals emporwachsenden bürgerlichen Kunstvereinen, die sich
seiner durch Ankauf für Galerien, Verlosung und Verbreitung in
Nietenblättern bemächtigten. Aber es war nicht eigentlich der
zukunftreiche Zweig der Malerei. Zwar wurden wiederholt
Versuche gemacht, es zu veredeln; schon 1834 hat Schnaase in
dieser Absicht in seinen Niederländischen Briefen die Aufmerk⸗
samkeit auf die großen Genremaler der holländischen Ver—
gangenheit gelenkt. Allein ohne Erfolg. In der Tat konnte
es nicht eigentlich Träger der vorwärts drängenden formalen,
technischen Entwicklung sein: denn diese ging auf die Be—
wältigung des Lichtes aus und bedurfte darum zur Lösung
ihrer Probleme weiterer Räume und größerer Tiefen, als sie
die Szenerie des Sittenbildes im allgemeinen darbot. Und so
war es für die innerliche Fortbildung der deutschen Malerei
bis zu einem gewissen Grade ein Verhängnis, daß sich die
Gunst der bürgerlichen Gesellschaft an erster Stelle eben diesem
Zweige der Malerei zuwandte.
Trägerin des Fortschrittes mußte unter den geschilderten
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