ist, abstrakte Gedanken in logischer Prosa auseinanderzu
setzen, die Empfindungen, die diese Gedanken auslösen,
fühlte ich mich nicht fähig anders als in jener Form voll
und ganz auszudrücken. Ich hatte auch versucht, den
Gegenstand überall mit solchen Fällen aus der Menschen-
und Tierwelt zu illustrieren, die ich persönlich beobachtet
hatte und die mir zur Bildung der gegebenen Schlüsse be
hilflich waren, da mir immer bei soziologischen Fragen die
Kenntnis der genauen Art und Weise, durch die der
Schriftsteller zu seinen Ansichten gelangt ist, zur Beurtei
lung ihres Wertes notwendig schien. Das Werk hatte einen
großen Teil meines Lebens in Anspruch genommen, und
ich hatte gehofft, daß es, welches auch seine Mängel sein
mögen, wenigstens andere Geister unter günstigeren Um
ständen zu eingehenderem Studium der Frage anregen
würde.
Im Jahre 1899 lebte ich in Johannisburg, als mir eines
Leidens wegen plötzlich verordnet wurde, für einige Zeit
eine tiefer gelegene Gegend aufzusuchen. Nach Ablauf von
zwei Monaten brach der Burenkrieg aus. Zwei Tage nach
dem der Krieg erklärt worden war, kam ich auf dem Rück
wege nach Transvaal in De Aar an. Dort war bereits der
Kriegszustand proklamiert, und die Militärbehörden ver
wehrten mir die Rückkehr nach Johannisburg und schick
ten mich in die Kolonie. Man erlaubte mir auch nicht,
an irgend jemand eine Nachricht zu senden, der meine
Habseligkeiten hätte in Obhut nehmen können. Ungefähr
acht Monate später, als die britischen Truppen Johannis
burg genommen und die Stadt besetzt hatten, schrieb mir
ein Freund, der auf englischer Seite stand und dem man
gestattet hatte, hinzureisen, daß er mein Haus besucht und
geplündert gefunden habe, daß alle Wertgegenstände ge
stohlen oder zerstört worden seien, mein Schreibtisch ge
waltsam aufgebrochen und sein Inhalt in der Mitte des
Zimmer angezündet worden war, so daß die Decke ober-
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