105
nonen erzeugt, um sich gegenseitig zu töten, wir aber ha
ben die Männer erzeugt, die töten und getötet werden!
Wir haben zu allen Zeiten um enormen Preis die wich
tigste Kriegsmunition geliefert, ohne die keine andere exi
stiert hätte.
Es gibt kein Schlachtfeld der Erde, noch hat es je eines
gegeben, mit wieviel Erschlagenen es auch bedeckt sein
mochte, das die Frauen des betreffenden Volkes, die es mit
Kämpfern zu versorgen hatten, nicht mehr an Blut und
Qualen gekostet hätte als die Männer, die da liegen. Wir
sind es, die die Hauptkosten aller Menschen
leben zahlen.
Indem sie die Männer für das Blutbad der Schlachtfelder
liefern, haben die Frauen nicht nur tatsächlich mehr Blut
vergossen, und in den langen Monaten, die sie das Kind
getragen und endlich unter Schmerzen geboren haben,
mehr Qualen und Leiden ausgestanden als die Männer,
die das Schlachtfeld bedecken; sondern sie haben in den
langen Jahren, da sie die Kinder großzogen, so lange und
geduldig Strapazen ertragen, wie sie kein schwer bepackter
Soldat auf dem längsten Marsch ärger zu erdulden hatte.
Und was das Sterben anlangt, so ist unter allen zivilisier
ten Völkern die Wahrscheinlichkeit für die Frau, im Kind
bett zu sterben, durchschnittlich unendlich größer als für
den Mann die, auf dem Schlachtfeld zu fallen.
Es gibt kaum eine Frau, ob sie nun Kinder geboren hat
oder nicht, die über ein mit Gefallenen bedecktes Schlacht
feld gehen könnte, ohne daß ihr der Gedanke käme: „Wie
vieler Mütter Söhne! Wie viele Menschenleiber zur Welt
gebracht, um nun hier zu liegen! Wie viele Monde von
Mühsal und Leiden, bevor diese Glieder und Muskeln sich
im Mutterleibe gestalteten, wieviel Stunden der Angst und
Qual, damit Leben werde; wie viele Kinderlippen muß
ten Leben saugen aus Mutterbrüsten — und all dies, da-
mit nun diese Männer daliegen mit stieren Ausjänfeln, mit