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Aber es bleiben einige Unterschiede im Seelenzustand
von Mann und Frau als solche, die angeboren und nicht
künstliche sind, und auch auf psychischem Gebiet ist es genau
so, daß da wo wir uns der Sphäre der sexuellen und Fortpflanzungstätigkeit
und den direkt damit verbundenen Gefühlen
und Instinkten nähern, die Verschiedenheiten auftreten.
In der Tierwelt finden sich alle psychischen Abweichungen
bald mit der männlichen, bald mit der weiblichen
Geschlechtsform verbunden. Bei Insekten und Fischen, wo
der weibliche Teil gewöhnlich größer und stärker als der
männliche ist, sind die Weibchen gewöhnlich auch kampflustiger
und räuberischer als die Männchen. Bei den Raubvögeln,
bei denen ebenfalls die Weibchen größer und stärker
sind, finden sich sehr geringe psychische Unterschiede.
Bei Adlern und ähnlichen streng monogamen Arten ist
die Liebe des Weibchens zum Männchen so groß, daß es
sich angeblich, wenn das Männchen stirbt, nie mit einem
zweiten gattet, und beide wachen über das Junge und sorgen
für dasselbe mit außerordentlicher Vorsicht. Die
Straußenmännchen, obgleich größer als dieWeibchen, teilen
sich mit diesen im Ausbrüten der Eier, indem sie zu bestimmten
Stunden des Tages die Henne ablösen, und die
Sorgfalt für das ausgebrütete Junge ist bei beiden Teilen
gleich groß. Bei den Singvögeln, bei denen die beiden
Geschlechter manchmal ununterscheidbar ähnlich sind
und die ebenfalls monogam leben, beweisen nicht nur
Männchen und Weibchen die gleiche leidenschaftliche
Liebe füreinander (die südafrikanischen Cock-o-veets singen
ein Liebeslied, einen Wechselgesang; das Männchen
singt zwei oder drei Töne und das Weibchen antwortet
mit zwei oder drei anderen), sondern sie bauen
a uch ihre Nester gemeinsam und ziehen die Jungen mit
gleicher Hingebung auf. Die kleinen am Kap lebenden
Kapokvögel bauen beide zusammen ein schönes, weißes,