Full text : Die Frau und die Arbeit

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seine,  aus  Phasen  menschlicher  Erfahrung  gewonnene  Erkenntnis, ­
  die  das  andere  nicht  besitzt.  Hier  haben  die  Frauen
als  Frauen  etwas  durchaus  Verschiedenes  zu  der  Totalsumme ­
  der  menschlichen  Erkenntnis  beizutragen,  und  ihre
Mitwirkung  ist  nicht  nur  als  die  von  Individuen,  sondern
als  die  einer  Gesamtheit,  einer  Klasse,  von  Bedeutung.
Die  Forderung  um  Zulassung  zu  den  Wahlen  und  schließlich ­
  zu  den  gesetzgeberischen  und  Verwaltungsaufgaben,
die  heute  in  allen  demokratischen,  verfassungsmäßigen
Staaten  erhoben  wird,  beruht  auf  zweierlei  Gründen:  dem
weiteren  und  wichtigeren,  daß  die  Frauen  nichts  in  der
Natur  ihrer  Geschlechtsfunktionen  wahrnehmen,  das  sie
als  Menschen  von  ihrer  Verpflichtung,  an  den  Aufgaben
der  Leitung  und  Regierung  des  Staates  teilzunehmen,  entbinden ­
  würde,  und  dem  engeren,  aber  ebenfalls  wichtigen
Grund,  daß,  insofern  sie  sich  in  einer  Richtung,  nämlich
in  der  besonderen  Art  ihrer  Geschlechtsfunktionen  vom
Mann  unterscheiden,  sie  eine  Klasse  bilden,  deren  Interessen
zu  vertreten  sie  verpflichtet  sind  und  in  die  dem  Staat  Einblick ­
  zu  verschaffen,  in  mancher  Hinsicht  wertvoll  ist.
Diejenigen,  welche  annehmen,  daß  das  Verhältnis  der
großen  politischen  Parteien  irgendeiner  Gemeinschaft  ernstlich ­
  durch  die  Zulassung  der  Frauen  zum  öffentlichen  Leben ­
  verändert  würde,  sind  unzweifelhaft  ganz  im  Irrtum.
Die  grundsätzliche  Scheidung  der  Menschen  in  solche,  die
geneigt  sind,  am  Vergangenen  festzuhalten  und  alles  Bestehende ­
  zu  verteidigen,  und  jene,  die  auf  die  Zukunft  hoffen ­
  und  bestrebt  sind,  das  Neue  einzuführen,  wird  sich
wahrscheinlich  bei  Männern  wie  Frauen  jeder  Gemeinschaft, ­
  in  ziemlich  demselben  Verhältnis  finden,  und  die
Männer  und  Frauen  jeder  Klasse  werden  im  großen  und
ganzen  die  Fehler,  Tugenden  und  Vorurteile  ihrer  Klasse
teilen.  Das  Individuum  mag  dadurch  verlieren,  daß  es  auf
Grund  seines  Geschlechtes  von  der  Anteilnahme  am  öffentlichen ­
  Leben  ausgeschlossen  und  um  einen  Teil  seines
            
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