Schwierigkeit für einen gewissenhaften Mann, eine Ehe
einzugehen und eine Familie zu gründen, wenn beschränkte
Einkünfte im Falle seines Todes oder seiner Arbeitsunfähigkeit
Frau und Kinder hilflos dem reißenden Strom unseres
wirtschaftlichen Lebens aussetzen. Wenn man aber
annehmen kann, daß die Frau, im Falle der Mann dazu unfähig
ist oder stirbt, seine Stelle als Familienerhalter einnehmen
kann, würden tausend wertvolle Ehen, die jetzt
nicht zustande kommen können, eingegangen werden, und
das ernstliche soziale Übel, daß der gewissenlose Egoist
ruhig heiratet und eine große Familie zeugt, der gewissenhafte
und vorsichtige es aber oft nicht wagt, wird behoben
sein. Zum ersten Male in der Weltgeschichte würde die
Prostitution — dieser Ausdruck in seinem weitesten Sinn
für jede Form erzwungenen geschlechtlichen Verkehrs gebraucht,
der sich nicht auf freiwillige Neigung der Frau,
sondern auf die Notwendigkeit, materielle Güter für die Ausübung
ihrer Geschlechtsfunktionen anzunehmen, gründet
— erlöschen und die Beziehungen zwischen Mann und Frau
eine Gemeinschaft zwischen freien, gleichberechtigten Menschen
werden. Weit entfernt davon, die Geschlechtsliebe
zwischen Mann und Frau zu zerstören, würde die ökonomische
Freiheit und soziale Unabhängigkeit der Frau dieselbe
zum ersten Male völlig befreien. Das Element körperlicher
Kraft Und Gewalt, das die primitivsten Formen
der Geschlechtsverbindung beherrschte, das noch entwürdigendere
Element der Verführung und des Kaufs um
Reichtum und materielle Güter, wie sie der Frau in unserer
modernen Gesellschaft geboten werden, wird dann dem ungefesselten
Wirken der Anziehung und Zuneigung der Geschlechter
den Platz räumen, und die Geschlechtsliebe wird
nach langer Wanderung durch die Wüste wieder das Königszepter
ergreifen.
Aber abgesehen von den beiden Klassen von Personen,
deren Einwendungen gegen den Zutritt der Frauen zu