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ausgeübt werden sollen, sondern sehr bald würden nicht
die Frauen und nicht die Männer allein, sondern beide dazu
geführt werden, über die Notwendigkeit und Erwünscht-
heit der Polygamie nachzudenken, die, sobald es ebenso
viel Männer wie Frauen gibt, viele Männer ohne Ge
schlechtsverbindung ließe. Die intelligenteren und fort
geschritteneren Individuen der Gemeinschaft würden fast
gleichzeitig zu dem Schluß kommen, die Polygamie anzu
greifen, und die furchtlosesten würden ihre Theorie in die
Tat umzusetzen suchen; die unwissendsten und rückstän
digsten würden entschieden an den alten Einrichtungen
festhalten, wie sie sie aus der Vergangenheit übernommen
haben, ohne zu fragen und zu rechten. Verschiedenheiten
der Ideale würden Konflikte und Zwietracht in allen Teilen
des Gesellschaftskörpers hervorbringen und Leiden mit
sich bringen, wo alles früher feststehend und bestimmt war.
Ebenso würde auch, wenn die Fremden neue verbesserte
Methoden des Ackerbaues einführten, so daß Nahrungs
mittel reichlich vorhanden wären, die weitblickendsten und
anpassungsfähigsten Mitglieder der Gemeinschaft, Männer
wie Frauen, auf einmal von dem Gedanken erfaßt werden,
daß keine Notwendigkeit mehr bestünde, ihre Kinder um
zubringen; alte Männer und Frauen würden anfangen, sich
einem vorzeitigen Tod ernstlich zu widersetzen, sobald sie
erkannt hätten, daß sie auch bei außerordentlich hohem Alter
nicht notwendig dem Hungertod ins Auge sehen müßten.
Die beschränktesten und zähesten Mitglieder der Gesell
schaft würden unter dem Einfluß traditioneller Vorurteile
immer noch fortfahren, ihre Eltern und Kinder zu opfern,
wenn längst die Notwendigkeit nicht mehr bestünde. Viele
Personen wären in einem Zustand moralischen Zweifels,
welchen Weg sie einschlagen sollen, den alten oder den
neuen, und bittere Kämpfe über alle diese Punkte würden
in der Gemeinschaft wüten. Und wenn nun die Fremden
ein Teleskop mit sich brächten, mittels welchem es plötzlich