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und Frau führen, eine fortwährende zunehmende Divergenz,
so daß lange noch, ehe die mittleren Lebensjahre erreicht
sind, kein anderes Band der Zusammengehörigkeit
als das der Gewohnheit übrig ist. Die Kameradschaft und
die beständige Anregung, die aus dem Verkehr mit Menschen
erwächst, die unsere nächsten Interessen teilen und
das Leben vom selben Standpunkt betrachten, sucht der
Mann im Klub und unter seinen männlichen Gefährten,
und die Frau bleibt einsam oder sucht Zerstreuungen, die
geeignet sind, das Eheleben noch tiefer zu spalten. Eine
gewisse geistige Kameradschaft und Gemeinsamkeit unpersönlicher
Interessen ist neben dem rein geschlechtlichen
Verhältnis für das Eheleben absolut nötig, wenn die Übereinstimmung
eine lebendige und stets wachsende sein soll.
Ganz besonders deshalb, weil die Teilnahme der Frau an
der Arbeit des Mannes geeignet ist, die Kameradschaft und
das Bestehen gemeinsamer unpersönlicher Interessen und
gleicher Denk- und Lebensweise zu fördern, ist der Eintritt
der Frau in eben die Arbeitsgebiete des Mannes und
nicht in andere, für sie besonders bestimmte, so wünschenswert.*
* Die Antwort der Gattin eines bekannten Rechtsanwaltes auf die Frage,
wie es käme, daß sie und ihr Mann so selten zusammen zu sehen wären,
wirft ein trauriges, aber wahres Licht auf gewisse Seiten unseres modernen
Lebens, gegen die eben die gesamte Frauenbewegung rebelliert.
„Mein Mann,“ sagt sie, „ist immer mehr von seinen Berufspflichten in
Anspruch genommen, von denen ich nichts verstehe und die mich also
auch nicht interessieren. Meine Kinder sind schon alle groß und gehen
in die Schule, die Dienerschaft versieht mein Haus. Wenn mein Mann
abends nach Hause kommt und ich ihm von den Dingen erzählen will,
die mich unter Tags beschäftigen, von den Wohltätigkeits-Bazars, für die
ich arbeite, von den Einkäufen und Besuchen, die ich gemacht habe,
langweilt es ihn. Er trachtet wegzukommen zu seinen Büchern und
Freunden, und ich bleibe ganz einsam. Wenn ich nicht Bekannte hätte,
Frauen und Männer, mit denen ich mehr gemeinsam habe, könnte ich
das Leben nicht ertragen. Als wir uns einst als junge Leute kennen lernten
und ineinander verliebten, tanzten wir zusammen und ritten mit einander
und es schien, als wenn wir alles gemeinsam hätten, und nun
haben wir nichts Gemeinsames. Ich schätze meinen Mann, und ich glaube,