Ganzes fördert die fruchtbare Frau in primitiven Gesellschaftszuständen,
sondern auch das ihres eigenen männlichen
Gefährten und ihrer Familie. Wo die sozialen
Lebensverhältnisse so einfach sind, daß außer dem Gebären
und Säugen des Kindes auch seine Pflege und Ernährung
während der Kindheit fast ausschließlich Arbeit
und Sache der Mutter ist und seine Erziehung und Bildung
der Familie oder dem Stamm keinerlei Auslagen verursacht,
überwiegt der Wert der Erwachsenen sowohl für
den Staat als den einzelnen Mann unendlich die Mühen
und Kosten der Aufzucht, die fast ganz der Mutter zufallen.
Der Mann, der mit seinen zwanzig Kindern zwanzig
künftige Krieger und Arbeiter besitzt, ist um soviel reicher
und mächtiger als der, der bloß eines hat; der Staat
aber, dessen Frauen fruchtbar sind und für ihre Kinder
arbeiten und sie großziehen, ist sichergestellt gegen Untergang.
Ununterbrochenes und ausdauerndes Kindergebären
ist demnach wirklich die höchste Pflicht und die sozial
höchstgewertete Tätigkeit der primitiven Frau, die in ihrer
Wichtigkeit für die Allgemeinheit die Arbeit des Mannes
in Krieg und Jagd vollkommen aufwiegt. Selbst in jenem
Kulturzustand, der in den Jahrhunderten herrschte, die
zwischen primitiver Wildheit und hoher Zivilisation lagen,
war die Forderung nach fortgesetztem unablässigen Kindergebären
als höchste soziale Pflicht der Frau im ganzen
kaum weniger gebieterisch. Während des Mittelalters und
fast bis zu unseren Tagen herab war in Europa die Kindersterblichkeit
beinahe ebenso groß wie im Zustand der
Wildheit; medizinische Unwissenheit zerstörte unzählige
Leben; da die antiseptische Wundbehandlung noch unbekannt
war, verliefen ernstliche Verwundungen fast noch
immer tödlich; bei dem niedrigen Stand der Hygiene waren
Seuchen, wie die zur Zeit Justinians, die sich über die
ganze zivilisierte Welt von Indien bis nach Norwegen verbreitete
und nahe daran war, den Erdball zu entvölkern,