Full text : Die Reichsbank 1876 bis 1910

Tabelle  83.

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Die  Diskontveränderungen  der  Xeichsbank
mit  den  für  ihre  Beurteilung  in  $xage  kommenden
wichtigsten  Geldmarktfaktoren
(Veränderung  des  Status  der  Xeichsbank,  Stand  der  fremden  Wechselkurse
und  der  Diskontsätze).

Diese  Tabelle  stellt  den  Versuch  dar,  mittels  einer  rein  ziffermäßigen  Darstellung  des  einer  Diskontveränderung
unmittelbar  vorangegangenen  —  seltener  nachfolgenden  —  Bankausweises  sowie  der  fremden  Wechselkurse  und  einiger
wichtiger  Zinssätze  in  Verbindung  mit  einem  anderen,  zweckmäßig  ausgewählten  Ausweise  ein  ungefähres  Bild  der  in
Betracht  kommenden  Verhältnisse  in  dem  Augenblicke  der  Veränderung  zu  geben.
Um  die  Veränderungen  des  Bankstatus,  die  bei  Erhöhung  oder  Ermäßigung  des  Diskonts  zu  berücksichtigen
waren,  sichtbar  zu  machen,  sind  bei  Betrachtung  der  Positionen  des  der  Diskontänderung  zeitlich  am  nächsten  liegenden
Ausweises  zum  Vergleich  Ausweise  früherer  Termine  herangezogen  worden.  Angesichts  des  Umstandes,  daß  die
Schwankungen  auf  den  einzelnen  Konten  sich  keineswegs  immer  gleichmäßig  vollziehen  und  daß  die  dabei  im  ganzen  zu  beob>
achtende  Regelmäßigkeit  vielfach  durch  zeitliche  Einstüsse  der  verschiedensten  Art  verwischt  wird,  war  es  nicht  angängig,
die  Vergleichsausweise  stets  nach  festen  Regeln  auszuwählen.  Im  allgemeinen  sind  indes  die  folgenden  Grundsätze  hierfür
maßgeblich  gewesen.
Bei  den  zu  Beginn  des  Jahres  üblichen  Diskontermäßigungen  bot  in  der  Regel  der  Ausweis  vom  31.  Dezember
des  abgelaufenen  Jahres  als  der  Tag  der  stärksten  Inanspruchnahme  das  passendste  Vergleichsobjekt,  um  das  Maß  der
Statuserleichterung  bis  zum  Zeitpunkt  der  ersten  Ermäßigung  zu  veranschaulichen.  Bei  einer  zweiten  Ermäßigung  ist  in  der
Regel  der  dieser  Ermäßigung  am  nächsten  liegende  Ausweis  mit  demjenigen  Ausweis  in  Vergleich  gestellt  worden,  der  für
die  erste  Ermäßigung  ausschlaggebend  war,  um  das  Fortschreiten  der  Erleichterung  darzutun.  In  einigen  Fällen,  besonders
bei  stnfenweisen  Ermäßigungen  um  je  */ 2  Prozent,  wenn  die  zweite  Ermäßigung  rasch  auf  die  erste  folgte,  ohne  daß  die
Erleichterung  augenfällige  Fortschritte  gemacht  hätte,  ist  auch  bei  der  zweiten  Ermäßigung  der  Iahresschlußausweis  zum
Vergleich  herangezogen  worden.
Auch  bei  den  die  Beweggründe  der  Erhöhungen  andeutenden  Ausweisvergleichen  mußte  verschieden  verfahren
werden.  Gab  im  allgemeinen  der  für  die  Diskontänderung  maßgebliche  Ausweis  im  Vergleich  mit  dem  eine  besonders
große  Liquidität  der  Bankmittel  anzeigenden  Status  das  beste  Bild  für  die  Beurteilung,  so  empfahl  es  sich  doch  wiederholt, ­
  einen  anderen  Ausweis  heranzuziehen,  in  der  Regel  denjenigen,  welcher  der  letzten  Diskontänderung  zugrunde  lag.
Da  es  vorkommt,  daß  Diskontänderungen  weniger  in  unmittelbar  vorhergegangenen,  als  in  allmählich  eingetretenen
Verschiebungen  im  Status  ihre  Erklärung  finden,  mußte  in  verschiedenen  Fällen  ein  Ausweis  aus  der  entsprechenden  Zeit
des  Vorjahrs  zum  Vergleich  herangezogen  werden.
Es  bleibt  noch  zu  berücksichtigen,  daß  die  Statusziffcrn,  welche  in  vorliegender  Übersicht  zum  Ausgangspunkt  des
Vergleichs  gemacht  wurden,  im  Zeitpunkt  einer  Diskontänderung  oft  schon  durch  die  Ziffern  von  Zwischenaufstellungen
überholt  waren.  Diese  Ziffern  lagen  alsdann  de»  Entscheidungen  der  Bankleitung  vor,  doch  konnten  sie  in  die  Tabelle
natürlich  nicht  übernommen  werden.
Selbstverständlich  können  aus  der  nachfolgenden  Übersicht  nicht  ohne  weiteres  die  Beweggründe  der  getroffenen
diskontpolitischen  Maßnahmen  abgelesen  werden.  Sie  kann  vielmehr  nur  »Anhaltspunkte«  bieten,  da  sich  eine  Reihe  von
Umständen,  die  bei  Diskontänderungen  mitsprechen,  einer  zahlenmäßigen  Erfassung  überhaupt  entzieht.
            
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