Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Samt-  und  Seidenstoffen,  Tuchen,  Bändern,  Tabak,  Rum  etc.  „1816  errichtete
ich  mit  meinem  Bruder  Joh.  Pet.  Gottfr.  Wolfgang  Bachem  in  Hoffmanns
  Hause  auf  der  Herzogstraße  eine  Leihbibliothek  als  Grundlage ­
  zu  einer  künftigen  Buchhandlung.  Am  A  Mai  1818  eröffnete  ich,
während  mein  Bruder  zu  Leipzig  auf  der  Messe  war,  die  mit  meinem
Bruder  J.  P.  Bachem  gegründete  Buchhandlung,  Leihbibliothek,  Journal-Zirkel
  etc.  in  dem  van  Hees  Hause  auf  dem  Budengassen  Ecke  [Hohestraße
  136].  Am  9.  September  1818  vermählte  ich  mich.  1820  trennte  ich
mich  von  meinem  Bruder,  kaufte  eine  Partie  Weine  zu  den  auf  unsern
Gütern  1818—19—20  gezogenen  Weinen  und  trieb  [von  Honnef  aus]  Weinhandel ­
  en  gros  et  en  detail.“  Die  Heirat  schloß  er  mit  der  dreißigjährigen
„Juffer  Maria  Helena  Wasserfall,  Renteniererinn  in  Köln  in  der
Heimersgasse“  (Hämergasse),  der  Tochter  eines  Blankenheim-Manderscheidt’schen
  Regierungsrates.  Sie  war  eine  lebenslustige,  bewegliche,
aber  doch  einfache  und  frommgläubige  Frau,  die  dem  Gatten  drei  Söhne
und  eine  Tochter  schenkte.
Lambert  Bachem  war  ein  überaus  fleißiger,  rühriger,  beweglicher ­
  und  strebsamer  Mann,  voll  von  Plänen  und  Entwürfen;
das  geht  aus  seinen  zahlreichen  Eingaben  an  die  verschiedensten
Behörden  und  aus  seinem  ausgedehnten  Briefwechsel  zur  Genüge
hervor,  wovon  wir  einige  Proben  noch  kennen  lernen  werden.
Seine  Kunst  des  Briefschreibens,  die  freilich  vor  hundert
Jahren  noch  ausgebreiteter  war  als  sie  es  heute  ist,  hatte  er
zu  beachtenswerter  Höhe  entwickelt.

2.  Die  Gründung  des  Verlags  J.  P.  Bachem  1818.
Zwei  so  selbständige  Naturen  wie  Markus  DuMont  und  Johann
Peter  Bachem  konnten  nicht  so  viel  gegenseitige  Anpassungsfähigkeit ­
  aufbringen,  wie  für  das  Geschäftsverhältnis  auf  die
Dauer  notwendig  gewesen  wäre.
Noch  im  Jahre  1817  dachten  beide  nicht  an  eine  Trennung  der
Firma;  im  Gegenteil  wollten  sie  ihr  Verhältnis  durch  die  Angliederung ­
  einer  zweiten  gemeinsamen  Buchhandlung  unter  der
Firma  Bachem  und  DuMont-Schauberg  in  Bonn  noch  inniger
befestigen.
Die  letztere  sollte  Bachem  allein  führen,  während  DuMont
dem  Kölner  Geschäfte  vorstehen  sollte.  Der  Verlagsentwurf
war  schon  fertiggestellt,  an  dem  Bachem  aber  viel  auszusetzen ­
  hatte,  was  er  nicht  ohne  Schärfe  tat.  Das  Vorhaben
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.