Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Begriffen  nichts  allein  für  sich  zu  vermögen,  sondern  in  der  Regel  alle
Wirksamkeit,  und  oft  selbst  die  äußere  Würde,  nur  durch  den  Mann  zu
erhalten.“  Die  feierlich  in  der  Kirche  für’s  Leben  aufgenommenen  und
in  Silbergrau  gekleideten  Stiftsjungfrauen  sollten  allen  verheirateten
Frauen  jeden  Standes  vorangehen  und  hochwürdige  Jungfrau  genannt
werden;  der  hohe  Stiftsrat  würde  in  Berlin  seinen  Hauptsitz  haben.  Bis
ins  Einzelne  hat  der  Verfasser  die  Satzungen  ausgearbeitet.  Austritt  sollte
erlaubt  werden,  aber  das  betreffende  Capitel  müßte  in  einem  solchen
Falle,  in  dem  die  Austretende  ein  Zehntel  ihres  Vermögens  verlor,  auf
14  Tage  Stiftstrauer  tragen.  Aus  dem  schönen  Plan  ist  nichts  geworden.
Damit  hatte  anscheinend  der  gemeinschaftliche  Verlag  DuMont-Bachem
  sein  Ende  erreicht,  denn  aus  dem  Jahre  1817  ist  ein
gemeinsames  Verlagswerk  nicht  nachzuweisen.

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Neben  dem  Gesellschaftsverlag  gründete  Bachem  im  Jahre  1816
indem  Hause  Herzogstraße  4  eine  Leihbibliothek,  für  die  er
als  Gehilfen  seinen  jüngsten  Bruder  Lambert  heranzog.
Lambert  Josef  Franz  Bachem,  der  in  den  nächsten  drei
Jahrzehnten  in  der  Geschichte  des  Verlags  eine  so  bedeutsame
Rolle  spielen  sollte,  war  im  Oktober  1789  in  Köln  geboren.
Nach  seinen  eigenen  Aufzeichnungen  geschah  dies  „auf  dem  Gereonsdriesch ­
  in  dem  Hause,  wo  jetzt  Herr  Appellations-Rath  Haugh  wohnt.  Ich
besuchte  die  Domschule  unter  Prof.  Richarz,  Schmitz  und  Weber;  die
Elementarschule  von  Odenthal;  das  Montaner  Gymnasium 5
unter  Prof.  Stemmler,  dasLaurentianerGymnasiumals  ecole  secondaire
  unter  Prof.  Overbach,  Lehmann,  Lugino  und  Tesandt;  die  ecole
primaire  unter  Daniels,  Taber,  Krampf,  Wallraf  u.  a.  m.;  ich  war  in  dem
Pensionat  von  Prof.  Geistmann  unter  Schenk  und  Schüngeler,  ich  erhielt ­
  Privat-Unterricht  von  den  alten  Jesuiten,  meinem  Oheim,  Patres
und  Prof.  P.  J.  Bachem,  Ganzen  und  Jütteler;  meine  erste  Communion
empfing  ich  in  der  St.  Christoph  Kirche  neben  der  St.  Gereon  Kirche  .  .  .
1805  trat  ich  bei  Herrn  Gerhard  Steinhaus,  Apotheker  in  Bonn,  als  Apothekerlehrling ­
  ein,  blieb  5  Jahre  nacheinander  dort,  kehrte  am  7.  September  1811
zu  ihm  zurück  und  blieb  bis  19.  März  1812  bei  ihm.  Vom  September  1810
bis  Mai  1811  conditionirte  ich  als  Gehülfe  bei  dem  Hof-Apotheker  August
Lade  in  Wiesbaden,  vom  Mai  1812  bis  April  1814  (in  der  Zwischenzeit  Mai
bis  Septemberjl811  war  ichkrank  in  Erpel)  bei  J.H.tvanHees[sen.in  Barmen;
von  allen  Prinzipalen  liegen  die  schönsten  Zeugnisse  da.  Im  Mai  1814
reiste  ich  nach  Crefeld  und  später  für  Rechnung  meines  ältesten  Bruders
Franz  Caspar  Bachem  in  Crefeld,  nachdem  ich  mich  hier  nur  ’/<  Jahr
etwas  einstudirt  hatte,  als  Commissionsreisender“  für  sieben  Firmen  in
            
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