fullscreen: Weltporto-Reform

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Wissen verraten hatte, aufs Neue zu erinnern. Denn die Ent 
wickelung drängt immer mächtiger dahin, dieses alte Ziel nun 
endlich zu erreichen. 
Stephan war indessen keineswegs der erste und der einzige, 
der es sich steckte. Etwa um dieselbe Zeit, „vor 23 Jahren“, 
so erzählte der englische Abgeordnete J. Henniker Heaton 
am 12. September 1908 in der „Woche“ (Nr. 37, Berlin) von 
sich, stellte er (Heaton) im Unterhause den Antrag: 
„Nach Ansicht dieses Hauses ist es an der Zeit, dass sich die Regierung 
des Landes mit anderen Regierungen in Verbindung setzt zum Zweck der 
Einführung eines allgemeinen Weltgroschenportos“ (Welt-Penny-Portos). 
150 Mitglieder des Parlaments stimmten damals dem An 
träge zu. 
Aber der Gedanke, das Inlandsporto ohne jeden Zuschlag 
auch als internationales Porto gelten zu lassen, ist im 19. Jahr 
hundert schon viel früher öffentlich geäussert, näher begründet 
und längere Zeit wissenschaftlich vertreten worden. 
Im Juli 1859 reichte der Expeditionssekretär im General- 
direktorat des dänischen Postwesens, Joseph Michaelsen 
(geb. 1826, gest. 1908), seiner Behörde eine Denkschrift ein, die 
u. a. auch eine Abschaffung der internationalen Portozuschläge 
zum Inlandsporto und eine vollständige Durchführung des Hill- 
schen Gedankens für ganz Europa empfahl, also eine europäische 
internationale Postunion anregte. Im März 1868 wurde sie in 
Kopenhagen auch in französischer Sprache gedruckt 2 ) und den 
europäischen Regierungen sowie den Vereinigten Staaten zuge 
stellt. 1873 erschien eine neue dänische Ausgabe der Broschüre. 
Allein auch diese Anregung war nicht die erste dieser 
Art. Schon der geistige Vater des Weltpostvereins, d. h. der 
erste Urheber eines bewusst vertretenen reifen Planes dafür, der 
jetzt erneut einer unverdienten langen und unbegreiflichen Ver 
gessenheit entrissene unermüdliche deutsche Postreformer Johann 
von Herrfeldt, ein früherer Postbeamter der Thurn und Tasis- 
schen Verwaltung, hat 1841 in seiner Denkschrift: „Grund- 
2 ) „Sur l’abolissement des ports international et de transit.“ — Vgl. 
auch Madsen’s Monographie über Michaelsen in dem illustrierten dänischen 
Prachtwerk: Dansk Portrsetgallerie: Det Kgl. danske Postveesen 
(Kopenhagen, 1904).
	        
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