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z. B. die Kreditgenossenschaften, die Rohstoffgenossenschaften
und die Magazingenossenschaften.
Die Konsumtivgenossenschaften haben hauptsächlich den
Zweck, unmittelbar für die Befriedigung der Bedürfnisse der
Mitglieder dieser Klassen zu sorgen, indem sie Lebensmittel
oder andere Gegenstände, die zur Bedürfnisbefriedigung dienen,
gut und billig einkaufen, und indem sie den Arbeiter, der
bei ihnen Konsumartikel kauft, am Gewinn beteiligen.
Die Baugenossenschaften können in jeder dieser drei
Formen erscheinen. Die Baugenossenschaft ist eine Produktiv
genossenschaft, wenn Bauarbeiter und Handwerker sich
organisieren, um selbst Bauten auszuführen, um sie dann wie
der Privatunternehmer zum Verkauf anzubieten. Es ist der
Produktivgenossenschaft eigentümlich, daß sie nicht direkt
für die Bedürfnisbefriedigung der Genossen selbst arbeitet,
sondern daß sie die von ihr hergestellten Waren auf dem
Markt abzusetzen sucht. Es würde eine derartige Produktiv
genossenschaft daher an die Stelle des privaten Bauunter
nehmers treten. Sie könnte wohl eine Verbesserung in der
Lage der Bauhandwerker herbeiführen, fraglich aber bleibt
es, ob die von ihr hergestellten Wohnungen eine Verbesserung
in der Befriedigung des Wohnungsbedürfnisses ermöglichen
würden.
Die Baugenossenschaft ist eine Distributivgenossenschaft,
wenn sie dazu dient, das für die Bautätigkeit notwendige
Kapital anzusammeln und es den einzelnen Genossen zum
Bau eines eigenen Hauses zur Verfügung zu stellen.
Sie ist eine Konsumtivgenossenschaft, wenn sie selbst
Häuser baut, welche sie den Genossen zum Eigentum über
läßt, oder welche sie selbst im eigenen Besitz behält, um
dann den Genossen die darin enthaltenen Wohnungen zu ver
mieten.
Soweit uns bekannt ist, ist die Baugenossenschaft als
reine Produktivgenossenschaft wohl kaum in größerem Um
fange vorgekommen, und da sie in keinem direkten Zusammen
hänge mit der Wohnungsfrage, deren Lösung die Baugenossen
schaften vor allem dienen sollen, steht, so hat sie für uns
kein Interesse.