Siebentes Kapitel.
Die Entstehung des Handwerks.
Eine isolierte Wirtschaft produziert verschiedene Gegenstände,
um ihre Bedürfnisse zu decken. Aber in jeder Wirtschaft wer
den dieselben Produkte hergestellt. Wir finden hier eine sich
wiederholende Mannigfaltigkeit der Produktion:
dieselben Produkte werden in entsprechendem Verhältnis ange
fertigt, in den einzelnen Produktionszweigen werden entsprechend
gleiche Mengen von Arbeitskräften verwendet.
Diese Einförmigkeit der Naturalwirtschaften wird nicht bloß
durch die Gleichheit der Technik und der menschlichen Bedürf
nisse, sondern auch dadurch bedingt, daß eine isolierte Wirt
schaft außerstande ist, die Befriedigung der Bedürfnisse ver
schiedenartig zu gestalten. Es ist hier unmöglich, Produkte her
zustellen, die in jeder Wirtschaft nur in geringen Mengen ver
braucht werden und deren Herstellung eine längere Lehrzeit und
Gewandtheit voraussetzt. So würde eine isolierte Wirtschaft sehr
viel Zeit für die Herstellung von Metallwaren brauchen, während
ein Handwerker sie verhältnismäßig leicht anfertigt. Daher be
deutet es einen gewaltigen Fortschritt in der Entwicklung der
isolierten Wirtschaften, wenn das Handwerk ausscheidet
und sich verselbständigt.
Da die isolierte Wirtschaft die Produkte selbständig herstellt,
die sie in großer Menge braucht, und bei den Handwerkern nur
solche kauft, deren sie nur in geringer Anzahl bedarf, so arbeitet
der Handwerker gleichzeitig für mehrere Wirtschaften: für das
ganze Dorf (Schmiede) oder gar für einen Rayon (Walker, Schaf
fellgerber usw.). Der Unterschied zwischen diesen Handwerker
typen besteht bloß darin, daß der eine zu Hause Bestellungen
annimmt, während der letztere, der noch für andere Gemeinden