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bunden werden. Hierzu kommt, daß der Bau der Kleinbahnen nicht
immer lediglich von dem Maß des Verkehrsbedürfnisses abhängt, sondern
vielfach auch von dem mehr oder weniger großen Tatendrang und
Einfluß der Kreisverwaltung.
Die Folge dieser Zustände ist eine starke Zersplitterung des preußischen
Kleinbahnwesens, die mit der wirtschaftlichen Entwicklung mehr
und mehr in Widerspruch gerät. Diese Entwicklung fordert in steigendem
Maße den Zusammenschluß der Städte mit Nachbarorten sowie ganzer
Landesteile zur Bedienung des Nachbarverkehrs. Mit anderen Worten:
der Überlandverkehr gewinnt eine wachsende Bedeutung. Es sei
hier erinnert an die Wichtigkeit, die mit Recht dem starken Vorortverkehr
für die gesamte Siedlungs- und Stadterweiterungspolitik der
Großstädte beigemessen wird. Das tritt besonders hervor in dem
Wohnungsproblem Groß-Berlins. Es sei ferner erinnert an die großen
Projekte des rheinisch-westfälischen Jndustriebezirks, an das
Projekt einer Städtebahn von Dortmund nach Düsseldorf, sowie der
Städtebahn Düsseldorf—Köln. Diese Projekte sind zum Teil wegen
innerer Schwierigkeiten, zum Teil wegen der staatlichen Bedenken nicht
ausgeführt worden, da man in Bahnen von dieser Bedeutung eine Gefährdung
des Staatsbahnprinzips erblicken zu müssen glaubte. Trotz
solcher Bedenken sind aber aus dem Überlandverkehr so bedeutende
Privatbahnen entstanden, wie die Köln—Bonner Bahnen, die jetzt eine
selbständige Hauptbahn darstellen. Ähnliche Entwicklungsmöglichkeiten
liegen auch in anderen Bahnnetzen, die zur Zeit als Kleinbahnen im
Sinne des preußischen Gesetzes angesehen werden, z. B. der Mörser
Kreisbahn.
Ein allgemeiner Zusammenschluß der Kleinbahnen eines größeren
Wirtschaftsgebietes würde nun in vielen Beziehungen wertvolle Vorteile
mit sich bringen:
Zunächst würde der Ausbau des Netzes systematisch und
unter gleichmäßiger Abwägung der Bedürfnisse des ganzen Landesteils
erfolgen und die mehr oder weniger zufällige Verteilung der Kleinbahnen
berichtigt werden können. (Vgl. die Verteilung der Kleinbahnen
nach Anlage IV.) Sodann würden technische Fortschritte
erreicht. Die Ausbildung des Oberbaues, der maschinellen
Anlagen, der Fahrzeuge usw. würde einheitlicher und sorgfältiger durchgebildet
werden können, als das durch die bereits bestehenden Vereinseinrichtungen
erreicht wird. Auf allen Gebieten der Verwaltung wie
der technischen Dienstzweige könnten hervorragende Spezialkräfte gewonnen
werden.
Hierzu kämen aber weitere Möglichkeiten auf dem Gebiete der Organisation
durch Zusammenfassung der Verkehrsmittel.
Gerade der Verkehr abgelegener Landesteile zeigt in seiner Bedienung