Full text : Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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unmöglich  „die  Engländer  durch  Sperren  vom  Kontinent  auszuschließen, ­
  ohne  Flotten  zu  haben,  als  den  Vögeln  zu  verbieten,
bei  uns  Nester  zu  bauen".  Wären  die  Interessen  Frankreichs  und
der  Neutralen  wirklich  zusammengefallen,  so  möchte  es  so  schwer
nicht  geworden  sein,  die  zufliegenden  englischen  Vögel  zu  verjagen
und  ihre  Nester  zu  zerstören.
Mit  anderen  Worten:  die  einseitige  monopolistische  Zollpolitik ­
  Napoleons  bot  England  eine  wirksame  Handhabe,  die
Kontinentalsperre  seinerseits  als  wirtschaftliches  Kampfmittel  zu
benutzen.  Die  Ziele  Englands  treten  erst  allmählich  klarer  hervor.
Die  englische  Geheimratsverordnnng  vom  16.  Mai  1806  hatte
sich  erst  begnügt,  über  die  ganze  Küstenstrecke  von  Brest  bis  zur
Elbe  die  Blockade  zu  verhängen,  doch  nur  über  die  Strecke  Brest—
Ostende  in  strenger  Form.  Nachdem  aber  Napoleon  sich  Norddeutschlands ­
  bemächtigt  und  im  Berliner  Dekret  den  Fehdehandschuh
hingeworfen  hatte,  folgte  englischerseits  Schlag  auf  Schlag:  Am
7.  Januar  1807  verbot  ein  englischer  Kabinettsbeschluß  allen  Verkehr ­
  neutraler  Schiffe  zwischen  den  Häfen  Frankreichs  und  seiner
Verbündeten  oder  solchen  Häfen,  die  soweit  unter  französischer
Kontrolle  standen,  daß  britische  Schiffe  dort  nicht  frei  verkehren
konnten.  Von  dieser  Verordnung  wurde  besonders  die  Schiffahrt
unter  dänischer  und  amerikanischer  Flagge  hart  betroffen.  Der
Küstenperkehr  eines  großen  Teils  von  Europa  wurde  damit  für
eine  freie  Beute  der  englischen  Kaper  erklärt.  Das  Bombardement
von  Kopenhagen,  die  Wegnahme  Helgolands  und  der  dänischen
Flotte  waren  weitere  Schritte  auf  dem  Wege,  die  Blockade  des
Kontinents  wirksam  zu  machen.  Ihr  letztes  Ziel  aber  enthüllte
die  englische  Seepolitik  in  den  Kabinettsbeschlüssen  vom  11.  und
18.  November  1807.  Diese  verfügten  zunächst,  daß  alle  Häfen
Frankreichs,  seiner  Verbündeten  und  derjenigen  Länder,  in  denen
die  britische  Flagge  vom  Verkehr  ausgeschlossen  wurde,  denselben
Beschränkungen  in  Bezug  auf  Handel  und  Schiffahrt  zu  unterwerfen ­
  seien,  als  ob  sie  tatsächlich  in  der  schärfsten  Weise  blockiert
würden.  Da  es  selbst  der  britischen  Flotte  mit  ihren  120  Linienschiffen ­
  und  152  Fregatten  (1806)  *)  unmöglich  war,  jeden  einzelnen
dieser  Häfen  effektiv  zu  blockieren,  so  war  damit  über  die  halbe

0  Die  Zahlen  geben  ini  Unterschied  zu  den  von  Hitzigrath  mitgeteilten
den  Bestand  der  aktiv  en  Flotte  an.  W.  L.  Clowes,  Düs  Royal  Navy  V,  10
            
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