Full text: Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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Die Rimessen von Südamerika blieben aus, der Absatz an Ko 
lonialwaren auf dem Kontinent wurde immer schwieriger, seitdem 
die Franzosen den hermetischen Grenzverschluß auch an der Ost 
seeküste bis Schwedisch-Pommern ausgedehnt und auch Schweden 
zur Annahme des Kontinentalsystems gezwungen hatten. Bargeld 
zeigte eine beängstigende Abnahme, die Bankrotte häuften sich, 
zahlreiche Fabriken feierten, das Heer der Arbeitslosen schwoll an. 
Jeder fühlte, daß eine Entscheidung herannahte, und die Frage 
war nur: Wer würde länger aushalten? Aber im Sommer 1812, 
als die Legionen des Imperators nach Rußland marschierten, 
ihrem Geschick entgegen, war die Antwort im Grunde schon ge 
geben. Die Handelslage besserte sich, der südamerikanische Verkehr 
lebte wieder auf, Westindien verlangte nach Zufuhren, Rußland 
öffnete seine Häfen, durch das befreite Portugal drangen britische 
Waren nach Spanien. England konnte stch regen, die Handels 
straßen der Welt standen ihm offen, während der Gegner in seiner 
Zwangsjacke erstickte. Die britische Regierung häufte Schulden 
auf Schulden, aber Frankreich zehrte sein Kapital an Geld, Menschen 
und Arbeitskräften auf. Auch ohne die russische Katastrophe hätte 
das Genie Napoleons nicht mehr vermocht, in dem Ringen zwischen 
denk Kontinent und dem meerbeherrschenden Britannien den Sieg 
an seine Fahnen zu fesseln.
	        
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