Full text : Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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vermittelten  im  Jahre  1789  diesen  Verkehr;  davon  waren  nur  elf
französische,  dagegen  422  hansestädtische,  meist  Hamburgische,  Fahrzeuge; ­
  die  holländische  Reederei  hatte  den  zweitstärksten  Anteil  an
dieser  Verbindung.
Kaum  bedarf  es  ausdrücklicher  Erwähnung,  daß  der  Ausbruch
der  Revolutionskriege  schwerwiegende  Folgen  für  den  Seehandel
der  Hansestädte  mit  Frankreich  nach  sich  ziehen  mußte.  In  wenigen
Jahren  sah  sich  Frankreich  seiner  Handelsflotte  und  seiner  Kolonien
beraubt.  Ein  greuelvoller  Negeraufstand,  durch  die  unkluge  Freiheitserklärung ­
  des  Konvents  entfesselt,  verheerte  San  Domingo,
die  Perle  des  Antillen,  die  anderen  Inseln  belegte  das  seemächtige
England  mit  Beschlag.  Eine  völlige  Umwälzung  in  der  Richtung
des  hansestädtischen  Kolonialwarenhandels  war  das  notwendige
Ergebnis  dieser  Vorgänge.  Was  Frankreich  verlor,  das  gewann
in  erster  Linie  England,  und  der  Gewinn  war  umso  größer,  als
1795  auch  Holland,  in  den  Strudel  der  Revolution  gerissen,  seinen
schon  durch  den  Amerikanischen  Krieg  erschütterten  Seehandel  völlig
dahinsinken  sah.  Ein  großer  Teil  des  Amsterdamer  Geschäfts
verzog  sich  nach  den:  neutralen  Hamburg;  die  kurz  zuvor  erfolgte
Vollendung  des  Eiderkanals  erleichterte  Hamburg  die  Aufgabe,
das  Erbe  Amsterdams  als  des  ersten  Getreidemarktes  auf  dem
Kontinent  anzutreten.  Der  Verkehr  der  Hansestädte  mit  England
aber  nahm  einen  geradezu  erstaunlichen  Aufschwung.  Der  Schiffsverkehr ­
  Hamburgs  mit  England  stieg  von  1789  bis  1800  auf  das
Vierzehnfache,  der  Bremens  auf  das  Fünffache.  Von  Hamburg
gingen  nach  England  (und  Schottland)
1789:  28  Schiffe  mit  4136  Tonnen
1800:  377  Schiffe  mit  56311  Tonnen,
von  Bremen:
1789:  21  Schiffe  mit  3110  Tonnen
1800:  123  Schiffe  mit  16566  Tonnen.
Die  Zahl  der  allein  von  London  in  Hamburg  einlaufenden
Schiffe  verdreifachte  sich  in  dem  Jahrzehnt  1791/1800  (von  60
auf  198).  Zunächst  gründete  sich  dieses  Wachstum  auf  den
Kolonialwarenhandel.  Bezog  doch  Hamburg  1798  von  London
4'/ü  Million  Pfund  Kaffee,  von  Liverpol  gar  10  Millionen  Pfund.
Aber  auch  andere  Umstände  wirkten  in  derselben  Richtung.  Der
Krieg  belebte  die  Gewerbetätigkeit  in  England  außerordentlich,  die
            
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