Full text: Steuerreform im Kanton Zürich

  
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Bleibt ihnen trotz der höheren Besteuerung die Konkurrenzfähig- 
keit erhalten?“ Hätte man sich auch über diese Fragen Rechen- 
schaft gegeben, so wäre‘ man unzweifelhaft zu ganz andern 
Resultaten gekommen. 
Wie ‚aus den nachfolgenden Beispielen hervorgeht, hätten 
nach dem Entwurf einzelne Aktiengesellschaften zu Gunsten des 
Staates die siebenfache, zu Gunsten der Gemeinden die vierfache 
Steuer zu entrichten. 
Es bezahlen nämlich gegenwärtig nach dem Steuerregister 1902 : 
Eeu u. Co. Bank in Zürich 
(Aktienkapital 20,000,000 Fr., (Aktienkapital 10,000,009 Fr., 
Reingewinn 1,031 000 Fr.) Reingewinn 525,000 Fr.) 
‘Staatssteuer Fr. 10,784 Fr... 5,716 
Gemeindesteuer „ 15,258 527,482 
Total Fr. 26,042 Fr..13,198 
Sie hätten nach dem Entwurfe zu bezahlen: 
Staatssteuer Fr... 73,719 Fr. 36,300 
Gemeindesteuer „ 64,521 > 80,075 
Total Fr. 138,240 Fr. 66,375 
Eine solche Besteuerung geht über die Leistungsfähigkeit 
der Aktiengesellschaften hinaus. Diese bezahlen bei uns schon 
heute viel höhere Steuern, als sie in fast allen andern Kantonen ent- 
richten müssten. Die beiden vorgenannten Institute hätten? bei- 
spielsweise an Staats- und Gemeindesteuern zu bezahlen: 
Leu; Co, Bank'’in Zürich 
Fr. fr: 
in Luzern 29,466 22,875 
„ Genf 29,457 15,323 
„ Basel 45,466 14,000 
Diese Vergleichung zeigt deutlich, dass durch die in Aus- 
sicht genommene hohe Besteuerung unsere Aktiengesellschaften 
die Fähigkeit, mit gleichartigen Unternehmungen auf andern 
Handeis- und Industrie-Plätzen zu konkurrieren, verlieren würden. 
Das kann für die Institute selbst dreierlei Folgen haben: 1. den 
starken Rückgang der Erträgnisse und damit der Steuerfähigkeit; 
2. die Auswanderung oder die Einrichtung von Filialen aufj Plätzen 
mit besseren Steuerverhältnissen; 3. die Umwandlung in Kollekiv- 
oder Kommanditgesellschaften. Für den Kanton Zürich und 
seine Gemeinden ist nur eine Folge denkbar: die erhebliche 
Verminderung oder das fast gänzliche Verschwinden des Steuer- 
ertrages statt der angestrebten Erhöhung. 
 
	        
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