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Juteindustrie Deutschlands.
An der Produktion der Juteindustrie der europäischen Staaten im Jahre
1913 beträgt der Anteil
Deutschlands Großbritanniens Frankreichs
21,4 31,4 16,6 Proz.
Am Inlandsverbrauch der europäischen Staaten an Jutewaren im Jahre
1913 beträgt der Anteil
Deutschlands Großbritanniens Frankreichs
24,6 22,1 16,S Proz.
Deutschland hat von allen europäischen Ländern auch in Jutewaren den
stärksten Inlandsverbrauch. In der Produktion ist nur Großbritanniens Jute
industrie überlegen.
Die Ausfuhr ist im Verhältnis zu der Großbritanniens keine bedeutende.
Die Entwickelung der Juteindustrie von 1890 bis 1913 ist aus nach
stehenden vergleichenden Zahlen zu ersehen.
Es beträgt die Steigerung
In der Einfuhr
In der Ausfuhr
in Deutschland
37S Proz.
222 Proz,
„ Großbritannien
143 „
98 „
„ Frankreich
163 „
210 „
Bei der Erhöhung ist in erster Linie zu berücksichtigen, daß sich die
Preise für Rohjute seit 1890 mehr als verdoppelt haben, so daß die Erhöhung
in quantitativer Beziehung nur etwa die Hälfte der angegebenen Zahlen beträgt.
Aber auch dann ist die Entwickelung der Juteindustrie Deutschlands eine sehr
günstige, da sie den sehr starken Inlandsbedarf fast vollständig deckt. Sie hat
zwar nicht den Umfang der englischen Juteindustrie, da diese eine starke Fertig
warenausfuhr besitzt, ist aber viel bedeutender als die Juteindustrie Frankreichs.
Die Einfuhr der Rohstoffe erfolgt fast ausschließlich aus Britisch-Indien, die
Einfuhr der Garne aus Belgien und Großbritannien; doch ist die Einfuhr der
letzteren keine bedeutende. Auch die Ein- und Ausfuhr von Fertigwaren
o
ist nicht von Belang.