Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Produktion.

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Nach  den  Berichten  der  Flax  Supply  Association  in  Belfast  sind  die  zeitweilig ­
  geschlossenen  Fabriken,  welche  über  945  962  Spindeln  verfügen,  nach  und
nach  alle  wieder  in  Betrieb  gesetzt  worden.  Es  ist  unumstößliche  Tatsache,
daß  derzeit  die  Position  der  irischen  Leinenindustrie  so  kräftig  ist,  wie  sie  in
der  Geschichte  dieser  wandlungsreichen  Industrie  kaum  ein  zweites  Mal  als
dagewesen  angesehen  werden  kann.  Alle  mitwirkenden  Faktoren,  der  Bauer,
Spinner,  Weber  und  Ingenieur  vereinigen  sich  im  Bemühen,  der  Wohlfahrt
dieser  alten  Industrie  die  möglichste  Pflege  angedeihen  zu  lassen.  Es  wird  oft
behauptet,  daß  sich  technisch  seit  50  Jahren  kein  AVandel  der  Arbeitsmethoden
vollzogen  habe.  Wie  jedoch  der  Belfaster  Leinentechniker  James  G.  Crawford
auf  einer  Versammlung  des  Textilinstitutes  in  Belfast  vor  einigen  Monaten  in
einem  längeren  Vortrage  nachwies,  ist  das  Bild,  welches  heute  eine  Flachsgarnspinnerei ­
  bietet,  von  jenem  vor  50  Jahren  doch  etwas  verändert.  Insbesondere
kann  konstatiert  werden,  daß  die  Produktion  pro  Arbeiter  eine  merkliche  Erhöhung ­
  erfahren  hat,  indem  die  neueren  Maschinen  eine  leichtere  Beaufsichtigung
gestatten  und  mit  verschiedenen,  wenn  auch  nicht  epochalen  Verbesserungen
ausgerüstet  erscheinen.  Ein  Mädchen  in  den  älteren  Fabriken  bediente  124  Spindeln
bei  2 1 / 2 "-Teilung,  heute  aber  260.  In  der  Vorbereitung  ist  der  Fortschritt  allerdings ­
  nur  ein  geringer.  Dessenungeachtet  macht  sich  aber  das  Bestreben  sichtbar, ­
  auch  hier  die  Maschinen  leistungsfähiger  auszubauen.  Es  darf  auch  nicht
vergessen  werden,  daß  das  Spinnen  von  Flachs  gegenüber  dem  von  Baumwolle
mit  größeren  Schwierigkeiten  verknüpft  ist,  langsamer  vor  sich  geht  und  mehr
Kosten  verursacht,  was  seine  Begründung  in  der  anderen  Struktur  der  Faser
lindet.  Weitere  Schwierigkeiten  sind  der  Industrie  durch  die  Verbesserungen
in  der  Veredlung  der  baumwollenen  Gewebe  entstanden,  die  dahin  abzielen,
Leinen  aus  diversen  Positionen  zu  verdrängen  bzw.  der  baumwollenen  Ware  im
Äußeren  das  Aussehen  leinener  zu  verleihen.  Der  Kostenpunkt  einer  Leinenspinnerei ­
  weicht  von  dem  einer  Baumwollspinnerei  sehr  bedeutend  ab  und
schwankt  zwischen  5  bis  8  £  pro  Spindel,  wogegen  die  neuen  englischen  Baumwollspinnereien ­
  samt  und  sonders  mit  25  s  bis  27  s  6  d  pro  Spindel  hergestellt
werden.  1850  besaß  Irland  im  ganzen  88  mechanische  Leinenwebstühle.  1911
befanden  sich  34942  im  Betriebe.  Mit  Ausnahme  einiger  kleiner  Rückschläge
hat  die  Zahl  derselben  seit  60  Jahren  konstant  Vermehrung  erfahren.  Meistens
werden  die  neuen  Stühle  in  solchen  Fabriken  in  Gang  gesetzt,  die  sich  nur  auf
Weberei  verlegen  wollen.  I872  zählte  man  z.  B.  6579  angegliederte  Stühle  und
8255  besondere,  1885  von  ersteren  10  979,  1897  10  894,  1904  aber  nur  noch  8225
oder  294  weniger  als  1872.  Seitdem  sind  die  separat  aufgestellten  Stühle  auf
der  Höhe  von  28  249  Stück  angelangt.  Irland  verbraucht  jedes  Jahr  bedeutende
Mengen  fremder  Leinengarne  und  exportiert  dagegen  seine  eigenen  vorzüglichen
Qualitäten.  So  führte  Belfast  19H  16  240  000  Pfund  ausländischer  Gespinste  ein
und  21390120  Pfund  wieder  aus,  dem  ein  Gesamtimport  im  ganzen  Vereinigten
Königreiche  von  28801612  Pfund  im  Werte  von  l  051  509  V  und  ein  Gesamtexport ­
  von  18003  000  Pfund  im  Werte  von  1  218994  £  gegenübersteht.
            
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