c) Erhöhung der Rohzucker- und Verbrauchs
zucker-Preise. Den gesteigerten Unkosten der Nohzuckersabrikcn
und Raffinerien trug die Bekanntmachung vom 27. Mai 1915 durch
eine Erhöhung des Rohzuckerpreises um 1 Jl gegenüber dem Mai-
Preise und eine Erhöhung der Spanne um 20 Sty. je 50 kg Rechnung.
Weitergehende Forderungen der Zuckerindustrie wurden von der
Regierung abgewiesen. Die Preiserhöhung sollte im übrigen erst für
den über 50 v. H. des Kontingents gelieferten Rohzucker zur An
wendung gelangen; da die Raffinerien noch große Mengen Rohzucker
zu billigeren Preisen zur Verarbeitung auf Lager hatten, so sollte
der Verbrauchszucker erst staffelweise im Juni, Juli und August
um 0,4, 0,8 und 1,3 Hs teurer werden, über die Erhöhung der
Preise sagt Jakobs*) folgendes:
„Die weitere Hinaufsetzung der Zuckerpreise seitens der Re
gierung nach deni 31. Mai 1915 ist naturgemäß auf Anregung der
Rohzuckerfabriken und der Raffinerien erfolgt. Da aber das
Interesse der Konsumenten, die bereits schwer unter der allgemeinen
Teuerung für Nahrungsmittel und andere Bedürfnisse des täglichen
Lebens litten, eine Ermäßigung der Preise für Zucker im Klein
verkauf erheischte, was natürlich infolge der herrschenden Markt
verhältnisse bei erhöhten Preisen für Raffinade unmöglich sein muhte,
ist es angebracht, zu untersuchen, ob das wohlverstandene Interesse
der Produzenten unbedingt die von der Regierung getroffene Maß
regel rechtfertigte. Vor allem ist zu bedenken, daß ohne die behördliche
Regelung zu Anfang des Krieges die Preise für Zucker sehr stark
zurückgegangen wären und sich in der Folgezeit kaum wesentlich
gehoben hätten. Für die Konsumenten wäre demnach der Zucker
vorteilhafter zu beziehen gewesen. Der Regierung mußte aber daran
liegen, die Zuckerindustrie so kräftig zu erhalten, daß sie über die
schwerste Krisenzeit, die sie je zu bestehen hatte, hinwegkam. Für die
Gesamtwirtschaft war dies Ziel wichtiger als vorübergehende Preis
vorteile für die Verbraucher. Deshalb schützte die Regierung die
Zuckerindustrie mit bestem, allseitig anerkannten: Erfolge vor den
schlimmen Wirkungen eines Zusammenbruchs der Zuckerpreise. Sie
mußte sich jedoch immer vor Augen halten, daß der Erfolg erzielt
worden war auf Kosten der Konsumenten und eine zu weitgehende
Förderung der Industrie von der zu jedem Opfer bereiten Be
völkerung als einseitige Jnteressenpolitik ausgelegt werden konnte."
ck) Großhandels-Höchstpreise. In Friedenszeiten
hatte sich der Zuckergroßhandel vielfach mit einem Nutzen von einem
*) a. a. O. S. 43.