Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Rußland.  Textilindustrie.

Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  im  Jahre  1913  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

205  800  t  rohe  Baumwolle  ...  im  ungefähren  Werte  .  .  .  von  209,0  Mill.  Mark
160000  t  rohe  Wolle  „  „  „  .  .  .  „  270,0  „  „
4  1681  Kamelhaare  „  „  „  .  .  .  „  5>4  „
9  1941  Kokons  (feuchte)  .  .  .  „  „  „an  Seide  „  24,8  „  „
4561421  geschwungener  Flachs  „  „  „  .  .  .  „  301,0  „  „
8lO,2  Mill.  Mark

Rußland  ist  das  größte  europäische  Produktionsland  von  Rohstoffen  der
Textilindustrie;  der  größte  Teil  derselben  wird  im  Inlande  selbst  verbraucht,  nur
Flachs  wird  in  sehr  großen  Mengen  ausgeführt.
Baumwolle.  Die  Baumwollernte  betrug  (1  Ballen  zu  220  kg  gerechnet):

Im  Jahre

Ballen

Umgerechnet
auf  Tonnen

1908/09

620  282

136  102

1910/11

824  000

181  280

1913/14

1  030  147

226  632

Die  Ursprungsländer  sind:  Fergana,  Taschkent,  Samarkand,  Buchara,  Merw,
Chiva,  Aschabad,  Kaukasus.  Von  diesen  ist  Fergana  am  bedeutendsten,  da  es
mehr  als  die  Hälfte  der  angegebenen  Mengen  liefert.
Die  russische  Baumwolle  ist  in  Qualität  ähnlich  der  amerikanischen  (vielfach ­
  allerdings  stärker  veunreinigt)  und  steht  auch  etwa  in  demselben  Preisverhältnis. ­

Nach  einer  späteren  Aufstellung  betrug  die  Ernte
im  Jahre  1912.  .  .  208697  t;  im  Jahre  1913  .  .  .  228484  t.
Etwas  mehr  als  die  Hälfte  der  verarbeiteten  rohen  Baumwolle  stammt  aus  dem
Inlande.  Die  andere  Hälfte  von  annähernd  200  000  t  im  Werte  von  246,3  Mill.  Mark
wird  vom  Auslande  bezogen.  Zur  Ausfuhr  gelangte  rohe  Baumwolle  bisher  nicht.
Da  die  Baumwollanpflanzungen  in  ständiger  Zunahme  begriffen  sind,  ist  anzunehmen, ­
  daß  die  Einfuhr  aus  Amerika  nach  einigen  Jahren  ganz  entbehrlich
wird.  Die  übrigen  Einfuhrländer,  die  dann  noch  in  Betracht  kommen  würden,
sind  Persien  und  Afghanistan,  von  welchen  im  Jahre  1913  für  26,4  Mill.  Mark
Baumwolle  geliefert  wurden.
Die  russische  Regierung  ist  weiter  bestrebt,  den  heimischen  Bedarf  an  Baumwolle ­
  vollständig  mit  eigener  Baumwolle  zu  decken  und  plant,  zu  diesem  Zweck
große  Landesstrecken  in  Zentralasien  und  im  Kaukasus  durch  künstliche  Bewässerung ­
  für  Baumwollkulturen  verwendbar  zu  machen.  So  wurde  in  der  sogenannten
Hungersteppe  im  Jahre  1913  bereits  ein  Bewässerungskanal  eröffnet,  der  die
Gebiete  Turkestans  für  den  Baumwollanbau  dienstbar  machen  soll.
Wolle.  Der  Bedarf  an  roher  Wolle  wird  fast  ganz  vom  Inlande  gedeckt.
Der  Umstand,  daß  die  russische  Wolle  für  einzelne  Artikel  zu  grob  ist,  veranlaßt
            
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