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Rußland. Textilindustrie.
oben angegebenen Spindeln des Moskauer Berichtes im Bezirk Moskau-Iwanowo
allein 5 311 573 Spinn- und 303 932 Zwirnspindeln.
Eine genauere Aufstellung über die Verteilung der Baum Wollindustrie finden
wir in der nachstehend wiedergegebenen Übersicht des Generalkonsulats in
St. Petersburg, die sich auf das Jahr 1910 bezieht.
Am Gesamtbestand bzw. an der Gesamtproduktion sind beteiligt in
Prozenten:
Spindeln
Webstühle
Hergestellte
Garne
Hergcstellte
Gewebe
Moskau
23
23
23,4
21,6
Wladimir
17,7
30,9
18,1
30,4
Petrikau
14.4
14,5
18,6
17
Kostroma
8,1
14
8,7
14,4
St. Petersburg
14,3
5,1
8,3
4,9
Jaroslaw, Esthland, Rjäsan, Twer . .
18,5
10
18,4
10,5
Nach einer Aufstellung des russischen Handelsministeriums befanden sich
in Russisch-Polen im Jahre 1910 54 Spinnereien mit 1 275 OOO Spindeln und
21 848 Arbeitern, die 64 2911 Baumwollgarne produzierten; ferner 125 Webereien
mit 23 218 Webstühlen und 27 771 Arbeitern, die 49205 t Baumwollgewebe her
stellten.
Im gesamten Rußland wurden nach der gleichen Quelle im Jahre I912
360000 t Garne gesponnen und 311000 t rohe Gewebe hergestellt. Die Zahl der
in der Baumwollindustrie beschäftigten Arbeiter wird auf 500 000 geschätzt, das
sind etwa 25 Proz. aller Industriearbeiter Rußlands.
Nach dieser amtlichen und auch zuverlässig erscheinenden Auf
stellung sind in Russisch-Polen (Petrikau) an Spindeln und Web
stühlen annähernd der siebente Teil von Rußlands Gesamtzahl tätig,
während die hergestellten Garne und Gewebe den sechsten Teil der
Gesamtproduktion ausmachen.
Die Hauptartikel der russischen Baumwollindustrie sind: Druckkattune,
Barchente und Bombasine. In der Veredelungsindustrie haben sich die Drucke
reien, deren Hauptsitze sich in Moskau, Wladimir und Petrikau bzw. Lodz be
finden, sehr günstig entwickelt.
Wollindustrie. Nach der oben erwähnten Aufstellung des russischen
Handelsministeriums waren im Jahre 1911 in der Wollindustrie 1210 Fabriken
mit 157 000 Arbeitern beschäftigt, die 217742 t russischer Grobwolle und 20 t
russischer Merinowolle verarbeiteten. (Die Zahlen erscheinen, soweit sie sich
auf russische Wollen beziehen sollen, zu hoch; wahrscheinlich sind die aus dem
Auslande eingeführten Wollen mitgerechnet worden. Anmerkung des Verfassers.)
Der Bedarf an groben Wollen wird vom Inlande gedeckt, dagegen müssen die
feineren Wollen vom Auslande bezogen werden.