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Rußland. Leinen- und Juteindustrie.
Nach Berichten des russischen Verbandes der Leinenindustriellen haben im
Jahre 1913 fast alle Fabriken mit vollem Betriebe gearbeitet. Die gesamte Her
stellung von Garn ist auf 51 341 Tonnen gestiegen. Davon entfällt der dritte Teil
auf Leinen-, der Rest auf Werggarne. Eine bedeutende Entwickelung zeigt die
mechanische Herstellung der leinenen Netze. Die Zahl der Strickmaschinen
betrug 77 mit einer Gesamtproduktion von 550 Tonnen.
Die hauptsächlichsten
im Jahre 1913 waren:
Belgien . . . 58,9 Mill. Mk.
Großbritannien 53,9 „ „
Deutschland . 46,6 „ „
Länder für die Ausfuhr
Frankreich . . 27,1 Mill. Mk.
Osterr.-Ungarn 13,6 „ „
Finnland ... 1,8 „ „
an Flachs und Flachswerg
| Schweden . . . 0,6 Mill. Mk.
! Niederlande . . 0,3 „ „
Entwickelung der Juteindustrie Rußlands in den Jahren 1900 bis 1913.
Sämtliche Werte in Millionen Mark.
Einfuhr
Ausfuhr
1900
1910
1913
1900
1910
1913
Rohstoffe
7,5
15,1
23,9
_
_
_
Halbfabrikate
0,2
0,5
1,0
—
—
Fertigwaren
1,0
1,8
1,6
—
—
—
8,7
17,4
26,5
—
—
—
Der Anteil der Juteindustrie Rußlands beträgt
an der Einfuhr der europäischen Staaten an Rohstoffen und Erzeugnissen
der Juteindustrie im Jahre 1913 4,7 Proz.
desgleichen an der Ausfuhr — „
an der Produktion der europäischen Staaten an Jutewaren im Jahre 1913 . 6,1 „
an dem Inlandsverbrauch der europäischen Staaten an Jutewaren im Jahre 1913 7,4 „
Die Produktion an Jutewaren ist nicht bedeutend und auch die Ein
fuhr an Fertigwaren ist gering; dagegen zeigt die Erhöhung der Einfuhr
an Rohstoffen und Halbfabrikaten seit 1900 einen Mehrverbrauch von
220 Proz., was eine ziemlich starke Entwickelung der Juteindustrie Rußlands
beweist.
Die Einfuhr der Rohjute erfolgt zum größten Teil aus Ostindien, die der
Garne aus Finnland, Deutschland und Großbritannien.