Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Italien., Textilindustrie. 
Baumwollindustrie. Die rasche Entwickelung der italienischen Baumwoll 
industrie ist aus folgenden Vergleichszahlen zu ersehen. Es waren in Tätigkeit 
im Jahre 1900 im Jahre 1913 
Spindeln 2,2 Mill. 4,6 Mill. 
Webstiihle 100000 145000 
Nach der Arbeitsstatistik von 1909 waren in der Baum Wollindustrie 207412 
Arbeiter beschäftigt, welche sich wie folgt verteilen: 
Männliche Erwachsene 53 454 
„ Kinder 9 238 
Verheiratete erwachsene Arbeiterinnen 56 880 
Junge Arbeiterinnen 60 206 
Mädchen 27 634 
Eine führende Rolle, sowohl in der Spinnerei als auch in der Weberei, 
spielt die Lombardei; es folgen dann Piemont, Venetien und Ligurien. In der 
nachstehenden Aufstellung ist das Verhältnis der Betriebsausdehnung der ver 
schiedenen Landesteile unter sich zu ersehen: 
Spindeln Webstühle 
Lombardei 48,0 Proz. 57,0 Proz. 
Piemont 27,0 „ 22,0 „ 
Venetien 12,0 „ 4,5 „ 
Ligurien . . . 6,5 „ 4,3 „ 
Übriges Italien 6,5 „ 12,2 „ 
Außer den Spinnereien und Webereien haben sich auch die Färbereien 
und Druckereien in hervorragender Weise, entwickelt. . 
Die Spinnerei hatte 1913 einen Verbrauch an roher Baumwolle von 
202 000 t, die zum weitaus größten Teile und zwar mit 148000 t von den Ver 
einigten Staaten von Nordamerika geliefert wurden; weiter waren an der Ein 
fuhr beteiligt: Britisch-Indien und Ceylon mit 35200t, Ägypten mit 10300t, 
die asiatische Türkei mit 6 100 t. 
Hervorgehoben zu werden verdienen die in Apulien und Sizilien an- 
gestellten Versuche der Baumwollanpflanzung, die dahin zielen, weite Ländereien, 
die schon früher der Baumwollkultur dienten, nun aber fast brach liegen, derselben 
wieder nutzbar zu machen. Laut veröffentlichtem Bericht des „Istituto Agricolo 
Coloniale Italiano“ sind die Bemühungen schon zufriedenstellend, und die Zu 
kunft wird zeigen, ob und wieweit Italien als Baumwolle produzierendes Land 
in Frage kommen kann. 
Die Produktion an Garnen belief sich im Jahre 1913 auf 175500 t gegen 
128200 t im Jahre 1902; davon wurden 108700 t gegen 104100 t im Jahre 1912 
dem einheimischen Markte zugeführt. Die restlichen Garne mit 66800 t, wovon 
52 200t zu Geweben verarbeitet wurden, fielen der Ausfuhr zu. Es werden 
vornehmlich niedere Garnnummern (l bis 50) hergestellt, die Hauptnummern
	        
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