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Schweiz. Textilindustrie.
AVährend 4953 Maschinen des Stickereigebietes aus der Arboner Fabrik Saurer
stammen, sind 3028 Maschinen aus der Maschinenfabrik Plauen hervorgegangen.
Von den Automaten sind 1513 nach dem Plauener System, 213 nach Saurer,
65 nach Kappel-Chemnitz und einer nach Hilscher gebaut. Alle diese
Systeme haben Eingang gefunden in der Feldmühle-A.-G. in Rorschach,
während die anderen Betriebe sich mehr oder weniger zu einem einzelnen
System verpflichtet haben. Die nächste Zukunft wird zweifellos nach wie vor
im Zeichen des technischen Wettbewerbes stehen; in erster Linie stehen die
verschiedenen Automaten im Vordergründe, Hand in Hand mit dieser Ent
wickelung geht die Aufstellung von Maschinen von großen Längen, der 15-Yards-
Maschinen, die an Stelle alter kurzer Maschinen treten und in neuen Anlagen
Aufstellung finden werden.
Auffallend ist, daß in Vorarlberg innerhalb Jahresfrist sowohl die Zahl der
Betriebe (758 bzw. 747) als auch die Maschinenzahl (1702 bzw. 1625) zurück
gegangen ist. Im übrigen weist zu Anfang 1914 der Kanton St. Gallen
3724 Maschinen und 551 Betriebe auf, Thurgau 1996 und 392, Appenzell a. Rh.
240 und 64, Zürich 214 und 43 Maschinen bzw. Betriebe.
Seidenindustrie. Eine Produktionserhebung der schweizerischen Seiden
industrie vom Jahre 1910 befindet sich am Schlüsse des Abschnittes Schweiz,
S. 306.
Ergänzend hierzu schreibt die Züricher Gesellschaft der Seidenindustriellen
über das Jahr 1912:
Ende 1912 waren 14616 Stühle vorhanden gegen 16034 im Jahre 1910,
also .um 1600 weniger. In Wirklichkeit ist jedoch die Leistungsfähigkeit der
Industrie heute mindestens die gleich große und der ziffernmäßige Abgang-
erklärt sich mehr aus anderen Ursachen, so durch den Austausch vieler veralteter
schmaler Stühle gegen zeitgemäßere breitere, etwas auch durch die allgemeine
große Stockung im Seidengewerbe, wie sich dieselbe auch im Produktions
resultate widerspiegelt. 1912 stellte man 46,5 Mill. Meter seidener Gewebe her
oder um 7% Proz. weniger wie 1910 und um 15 Proz. unter der Erzeugung 1908.
Die alte Seidenhandweberei des Landes behauptet sich in einem Maßstabe,
welcher alle Voraussagen und Zukunftsansichten ziemlich zunichte macht.
Mindestens weist sie nicht Rückschritte, wenn schon nicht Fortschritte, auf
und die Anzahl der Stühle verbleibt stationär um 2800 herum. Das Bestreben,
die Handweber für die Benutzung von Elektromotoren zu gewinnen, ist auf
mittelmäßig fruchtbaren Boden gefallen, indem der gesamte Einbau nur an
200—300 Stühlen durchgeführt wurde.
Diese Angaben beziehen sich nur auf die Seidenspinnerei und -Zwirnerei
und die Herstellung der Gewebe, während die verhältnismäßig große Band
fabrikation, die vornehmlich in Basel und Umgebung betrieben wird, nicht
einbezogen ist.