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Belgien. Textilindustrie.
Statistik wahrscheinlich der ausgeführten losen Wolle zugezählt, so daß der
Wert der ausgeführten Halbfabrikate der Wollindustrie in Wirklichkeit beträcht
lich höher anzunehmen ist.
Sehr groß ist auch die Ausfuhr von Leinengarnen, und zwar hat Belgien
unter allen europäischen Staaten hierin die höchste Ausfuhrziffer. Auch die
Einfuhr von Leinengarnen für 40 Mill. Mk. ist eine hohe; diese stammt vor
nehmlich aus Frankreich.
Fertigwaren.
Baumwolle. Zur Einfuhr gelangen meist Baumwollgewebe, gebleicht, gefärbt,
bedruckt und buntgewebt, und die gleichen Artikel werden in jährlich steigenden
Mengen auch ausgeführt. Die Ausfuhr im Jahre 1913 betrug 63,8 Mill. Mk. und
ging nach allen europäischen und auch überseeischen Ländern. Die übrigen
Baumwollartikel sind in der Ein- und Ausfuhr von geringer Bedeutung.
Wolle. Die Ein- und Ausfuhr von Fertigwaren der Wollindustrie ist nicht
bedeutend, da die Produktion sich vornehmlich auf Halbfabrikate erstreckt.
Leinen. Die Leinenindustrie Belgiens befaßt sich in erster Linie mit der
Herstellung und Ausfuhr von Garnen. Die Fertigwaren, d. h. Leinengewebe usw.,
kommen erst in zweiter Linie. Die Webereien decken den verhältnismäßig sehl-
großen Inlandsbedarf und fördern in geringerem Maße auch die Gewebeausfuhr,
die von 5,9 Mill. Mk. im Jahre 1890 auf 15,1 Mill. Mk. im Jahre 1913 gestiegen
ist. Auch die Ausfuhr von Leinentüll und -spitzen zeigt eine wesentliche
Steigerung.
Produktion der Textilindustrie Belgiens im Jahre 1913.
Aus den später folgenden Aufstellungen ergeben sich folgende Produktions
werte der belgischen Textilindustrie:
Mill. Mark
Anteil Belgiens
am Produktionswert
aller europäischen Staaten
l'roz.
Baumwollindustrie
259,3
2,1
Woll- und Halbwollindustrie
251,1
3,1
Leinenindustrie
170,8
9,4
Juteindustrie
19,0
3,0
Kunstseidenindustrie *)
4,5
3,3
Konfektionsindustrie wie für Deutschland entsprechend
der Ausfuhr berechnet
18,6
1,4
723,3
2,8
1 ) Siehe Seite 18.