Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Türkei.  Textilindustrie.

nicht  gegeben,  und  die  syrische  Seidenernte  mit  durchschnittlich  */ g  Mill.  Kilogramm
Jahresertrag  ist  einer  Weltproduktion  von  etwa  25  Mill.  Kilogramm  gegenüber  zu
gering,  um  die  Preise  zu  beeinflussen.  Da  nun  bei  stabilen  Seidenpreisen  die
Produktionskosten  in  Beirut  teils  wegen  Mangel  an  Arbeitskräften,  teils  wegen
steigender  Bodenrente  wachsen,  so  wendet  man  sich  immer  mehr  anderen  einträglicheren ­
  Kulturen  zu,  und  die  Zahl  der  Seidenzüchter,  sowie  die  Ausdehnung  der
Maulbeerpflanzungen  ist  im  Abnehmen  begriffen.  Der  Export  der  Beiruter  Rohseide ­
  richtet  sich  ausschließlich  nach  Frankreich,  einmal  deshalb,  weil  französische
Häuser  in  Beirut  seit  langen  Jahren  das  Seidenexportgeschäft  beherrschen  oder
selbst  die  größten  Spinnereien  besitzen,  andererseits  weil  der  größere  Teil  der
dortigen  Rohseiden  nach  veralteten  Methoden  (mit  großem  Haspel)  gesponnen
wird  und  zur  weiteren  Verwendung  einer  Umarbeitung  bedarf,  auf  die  man  anscheinend ­
  nur  noch  in  Frankreich  eingerichtet  ist.“
In  einem  früheren  Bericht  desselben  Konsulats  (s.  Nachrichten  für  Handel
u.  Industrie  1912,  Nr.  64)  wird  die  Lage  der  Seidenspinnerei  wie  folgt  besprochen:
„Die  Lage  der  Spinnereien  ist  noch  weniger  befriedigend  als  die  der  Seidenzucht. ­
  Die  Spinnereien  befassen  sich  allerdings  nur  mit  der  Erzeugung  von  Rohseide, ­
  bilden  aber  im  Gebiet  des  Libanon  mit  etwa  150  Fabriken  den  wichtigsten
Erwerbszweig  der  dortigen  Bevölkerung.  Die  Spinnereien  leiden  vor  allem  unter
empfindlichem  Arbeitermangel,  der  durch  die  starke  Abwanderung  der  einheimischen ­
  Arbeitskräfte  nach  Amerika  hervorgerufen  wird.  Ein  fernerer  Grund  des
Zurückgehens  der  in  Rede  stehenden  Industrie  ist  der  Kapitalmangel  der  Spinner,
der  sie  hindert,  ihre  Fabriken  mit  modernen  Maschinen  auszustatten  und  so  einen
rationelleren  Betrieb  und  eine  bessere,  gleichmäßigere  Qualität  der  von  ihnen
erzeugten  Rohseide  zu  erzielen.  Das  Betriebskapital  der  meisten  Beiruter  Spinner
reicht  nicht  einmal  bei  den  jetzigen  veralteten  Arbeitsmethoden  aus,  um  ihnen
den  vollen  Ertrag  ihrer  Arbeit  zu  sichern.  Aus  diesen  Gründen  werden  die
Beiruter  Spinnereien  ihren  Betrieb  mit  der  Zeit  einzustellen  genötigt  sein  oder
in  kapitalkräftigere  Hände  übergehen  lassen  müssen.  Vorläufig  hat  die  unbefriedigende ­
  Lage  der  Spinnereien  zur  Folge,  daß  der  Export  getrockneter  Kokons
demjenigen  der  Rohseide  gegenüber  zunimmt.“
Einfuhr  von  Halbfabrikaten.
Die  Einfuhr  von  Halbfabrikaten  ist  nur  in  Baumwolle  bedeutend,  während
sie  in  den  anderen  Textilzweigen  weniger  in  Betracht  kommt.  Rohe  Baumwollgarne ­
  werden  in  billigeren  Qualitäten  hauptsächlich  eingeführt  aus  England,  Italien,
Indien  und  Österreich-Ungarn;  ferner  werden  große  Mengen  rohe  Baumwollgewebe  —
1910/11  für  29,4  Mill.  Mk.  —  eingeführt,  im  wesentlichen  ebenfalls  aus  England,
Italien  und  Indien.  Eine  Einfuhr  von  Wollgarnen  erfolgte  nur  in  der  verhältnismäßig ­
  geringen  Höhe  von  2,4  Mill.  Mk.,  und  zwar  hauptsächlich  aus  England.
Garne  aus  Flachs,  Hanf  u.  dergl.  wurden  im  Werte  von  1,0  Mill.  Mk.  eingeführt.
Die  näheren  Angaben  sind  teils  aus  den  später  folgenden  statistischen  Tabellen,
teils  aus  den  Berichten  über  die  Einfuhr  an  Textilwaren  S.  407  bis  408  zu  ersehen.
            
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