Rohstoffe. Produktion.
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Im Inlande gewonnene Rohstoffe.
Im Inlande wurden folgende Rohstoffe gewonnen:
10500 t rohe Wolle im ungefähren Werte von 16,8 Mill. Mk.
4 0671 Flachs im ungefähren Werte von 3,2 „ „
191t Kokons,, „ „ an Seide von ... 0,5 „ „
20,5 Mill. Mk.
Wolle. Die Schafzucht ist in Rumänien sehr bedeutend, wenn sie auch
gegen früher im Abnehmen begriffen ist. Die Zahl der Schafe betrug im Jahre
1910 5655000, im Jahre 1911 5 269 000. Dagegen bemühte sich die Regierung
sehr, die Qualität der Wolle zu verbessern, und erzielte in dieser Richtung
auch günstige Ergebnisse. Der größte Teil der gewonnenen Wolle wird im
lnlande verarbeitet; ein kleinerer Teil, jährlich etwa 1500 t, gelangt zur Ausfuhr.
Flachs. Der Flachsanbau hat in Rumänien erst in den letzten Jahren
größere Bedeutung erlangt. Nach „Annuaire Internationale de statistique agri-
cole Rome 1913/14“ betrug die Ernte an Flachsfaser:
1909/10 1910/H 1911/12 1912/13 1913/14
738 t 2017 t 2054 t 4061t 2158 t.
Obwohl es nicht ausgeschlossen ist, daß die Angabe von 1912/13 auf einem
Fehler beruht und für dieses Jahr auch nur eine Ernte von 2 0611 in Betracht
kommt, wurde ordnungshalber die angegebene Zahl eingesetzt.
Seide. Die Seidenraupenzucht zeigt in Rumänien keine besondere Ent
wickelung, obwohl die Regierung wie auch die Gesellschaft „Tesatoarea“ sich um
ihre Pflege sehr bemühen. Die mit der Seidenzucht beschäftigten Personen waren:
1905 1907 1911
33017 3S101 34651.
Der Ertrag war 1911 Kokons und ist im Verhältnis zu den anderen
Balkanstaaten gering.
Produktion der Textilindustrie.
Die Baumwollindustrie. Es gibt in Rumänien nur eine kleine Spinnerei
in Jassy, die mit einigen hundert Spindeln arbeitet; dagegen gibt es sieben
größere Webereien mit 2500 mechanischen Webstühlen, die zum Teil neu ein
gerichtet sind. Diese erzeugen vornehmlich Shirtings, Cambrics, Cabots,
Chiffone und bunte Waren, sowie Zelt-, Futter- und Blusenstoffe für das
Militär. Ferner werden Baumwollflanelle, billige Oxfords, Zephirs, Hand-
und Waschtücher hergestellt. Einzelne Fabriken arbeiten fast ausschließlich
für den Bedarf der Armee. In etwa zehn größeren Wirkwarenfabriken werden
hauptsächlich baumwollene neben wollenen und halbwollenen Wirk waren her
gestellt. Außerdem wird das Weben und Wirken von Baumwollwaren in starkem
Maße auch von der Klein- und Hausindustrie betrieben.