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Bulgarien. Textilindustrie.
kurantesten mittelfeinen Sorten immer mehr hergestellt, die den österreichischen,
ungarischen, deutschen und englischen nach Bulgarien importierten gleichqualifizierten
Sorten eine fühlbare Konkurrenz bieten..
Die Wirkwarenindustrie hat gleichfalls Fortschritte zu verzeichnen; neben
den in Gabrovo bestehenden fünf Fabrikbetrieben für wollene Strickwaren und
zwei Fabriken für baumwollene Trikotagen bestehen zahlreiche kleine handwerksmäßige
Betriebe, die sich mit der Herstellung von gestrickten Wollwaren befassen.
Die im Gebrauch stehenden Rund- und Flachstrickmaschinen sind
deutschen und schweizerischen Ursprungs.
Die Teppichknüpferei wird vornehmlich hausindustriemäßig betrieben,
d. h. es werden die bulgarischen Kilims in der Form eines kooperativ organisierten
Hausgewerbes hergestellt. Die Produkte werden zumeist durch herumziehende
Händler verkauft. Eine Teppichfabrik als Filiale der Hauptniederlassung
in Schumla für die Herstellung von Imitationen persischer Teppiche
besteht in Tirnovo, die sich einer guten Prosperität erfreut.
Die Leinen- und Hanfindustrie. Nach Entscheff betrug im Jahre 1911
die Zahl der Fabriken 4 mit ungefähr 1,2 Mill. Mark Anlagekapital. Nachdem
im Jahre 1911 außer der im Inlande gewonnenen Flachsmenge auch 667 t Flachs
eingeführt werden, ist anzunehmen, daß auch diese Industrie sich in neuerer
Zeit stärker entwickelt.
Einfuhr von Textilwaren in Bulgarien.
Die Einfuhr von Textilwaren im Jahre 1911 betrug 27,6 Mill. Mark. Die
hauptsächlichsten Herkunftsländer sind Österreich-Ungarn mit 8,3, England
mit 6,7, Deutschland mit 5,8 und Italien mit 2,3 Mill. Mark.
Baumwollwaren. Die Einfuhr an rohen Garnen betrug 6,4 Mill. Mark,
zum größten Teil waren vertreten die Nummern 12 bis 30, zum kleineren Teil
die Nummern unter 12. Die Herkunftsländer sind hauptsächlich England und
Italien. Auch die Einfuhr an gebleichten und gefärbten Garnen ist bedeutend
und betrug 3,7 Mill. Mark, sie stammt aus England, Österreich-Ungarn,
Italien und Deutschland. Nähgarne wurden eingeführt für 1,2 Mill. Mark, zur
Hälfte aus England, zur anderen Hälfte aus Österreich-Ungarn und Deutschland.
Rohe Gewebe wurden nur für 0,6 Mill. Mark eingeführt, weil der große
Bedarf darin in erster Linie durch die inländischen Webereien gedeckt wird. Die
stärksten Handelsartikel sind die bedruckten Gewebe und Indienne Drill,
die zum größeren Teil aus England und Österreich-Ungarn und zum kleineren
Teil aus Italien, Deutschland und den Niederlanden eingeführt werden. Auch
Kattune, bedruckte Flanelle, zweiseitig bedruckte Hemdenflanelle
und Taschentücher zählen zu diesen Artikeln. In buntgewebten Stoffen werden
Oxfords, Zephire wie auch Hosenstoffe eingeführt.
Samte und Velvets gelangen aus Frankreich, Deutschland und Österreich-Ungarn
zur Einfuhr.