Produktion. Einfuhr. Produktionswert.
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existieren drei größere Tuchfabriken und mehrere kleinere, die sämtlich Militär
bekleidungsstoffe, wie auch die groben Tuche, sogenannte Abas und Schajaks,
für die Bevölkerung herstellen. Die letzteren Stoffe werden auch in der
Hausindustrie hergestellt, die sich außer diesen auch mit der Herstellung von
Wirkwaren und von Gaitanschnüren befaßt. Zur Einfuhr gelangen nur die
besseren Herren- und Damenkleiderstoffe und in geringeren Mengen auch
W irkwaren.
Die Seidenindustrie. Außer den Filanden, die Rohseide hersteilen, gibt es
keine nennenswerte Seidenindustrie. Dagegen werden in der Hausindustrie
seidene Tücher und seidene Stoffe in geringeren Mengen für den Inlandsbedarf
hergestellt.
Einfuhr von Textilwaren in Griechenland.
Unter den Balkanländern hat Griechenland in Textil-Fertigwaren die
geringste Einfuhr, weil einerseits namentlich die Baumwollindustrie schon ziemlich
gut entwickelt, andererseits der Inlandsverbrauch an sich ein sehr niedriger ist.
Die Einfuhr an Textil-Fertigwaren im Jahre 1911 betrug 12,2 Millionen
Mark. Die hauptsächlichsten Herkunftsländer sind England mit 6,2, Deutsch
land mit 1,4, Österreich-Ungarn mit 1,4, Italien mit 1,2 und Frankreich mit
1,2 Mill. Mark.
Die einzelnen Artikel und deren Mengen sind aus den folgenden statisti
schen Aufstellungen in genügender Klarheit zu ersehen.
Ungefährer Produktionswert der Textilindustrie Griechenlands im Jahre 1911.
Wie aus den folgenden Berechnungen hervorgeht, beträgt der ungefähre
Produktionswert der
Mill. Mark
Anteil Griechenlands
am Produktionswert
aller europäischen Staaten
Proz.
Baumwollindustrie
25,6
0,2
Woll- und Halbwollindustrie
25,6
0,3
51,2
0,19