Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Produktion.

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z.  B.  England  bereits  vor  dem  Kriege  eine  starke  Einfuhr  an  Wirkwaren  aus
Amerika,  die  im  Kriege  noch  eine  wesentliche  Erhöhung  erfuhr.  In  den  überseeischen ­
  Ländern  konkurriert  Amerika  in  diesem  Artikel  mit  Japan.  Von  1899
bis  1909  hat  sich  die  Produktion  an  Wirkwaren  verdoppelt.  Im  Jahre  1910
wurden  wieder  113  Wirkwarenfabriken  errichtet.  In  einem  Bericht  über  Neueinrichtungen ­
  von  amerikanischen  Textilfabriken  im  Jahre  1910 : )  heißt  es:  „Die
größte  Unternehmungslust  hat  sich  im  Jahre  1910  hinsichtlich  des  Baues  von
Wirkwarenfabriken  bekundet.  Tatsächlich  ist  noch  in  keinem  früheren  Jahre
eine  so  große  Zahl  neuer  Fabrikunternehmungen  dieser  Art  zu  melden  gewesen,
und  dies  ungeachtet  dessen,  daß  in  der  Branche  übermäßiger  Wettbewerb  die
Preise  auf  eine  nahezu  ruinöse  Basis  herabgedrückt  und  im  Laufe  des  Jahres  1910
mehrere  Wirkwarenfabrikanten  zur  Zahlungseinstellung  genötigt  hat.“
Spitzen-  und  Stickereiindustrie.
In  diesen  Artikeln  war  Amerika  lange  Zeit  auf  die  Einfuhr  angewiesen.
Zur  Förderung  dieser  Industrie  wurde  sogar  die  Einfuhr  von  Stickmaschinen
für  einen  beschränkten  Zeitraum  vom  Zoll  befreit.  Eine  stärkere  Förderung  trat
durch  die  Gründung  der  „Schweizerisch-Amerikanischen  Stickerei-Industrie-Gesellschaft“
  ein,  bzw.  durch  die  Einführung  leistungsfähiger  Automaten  seitens
der  Gesellschaft  in  Amerika.  Bisher  war  eine  stärkere  Einbuße  der  Einfuhr  an
Spitzen  und  Stickereien  nicht  wahrzunehmen,  und  es  ist  anzunehmen,  daß  der
Bedarf  in  diesen  Artikeln  ein  so  großer  ist,  daß  die  Einfuhr  neben  der  Inlandsproduktion ­
  noch  längere  Jahre  aufrecht  erhalten  bleibt.
Wollindustrie.
Die  Wollindustrie  Amerikas  zeigt  nicht  die  große  Entwickelung  wie  die
Baumwoll-  und  Seidenindustrie,  ist  aber  nicht  unbedeutend  und  entwickelt  sich
in  erster  Linie  in  der  Richtung,  daß  der  große  Inlandsbedarf  gedeckt  wird.
Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  kommt  bisher  nicht  in  Betracht,  dagegen  ist
die  Einfuhr  an  Fertigwaren  seit  1889/90  um  fast  auf  die  Hälfte  zurückgegangen, ­
  während  die  Einfuhr  an  roher  Wolle  im  gleichen  Zeiträume  stark
gestiegen  ist.
Sämtliche  Halbfabrikate,  wie  Kammzug,  Streich-  und  Kammgarne,  werden
im  Inlande  hergestellt,  nur  in  Alpaka  und  Mohairgarnen  zeigt  sich  noch  1913/14
eine  Einfuhr  im  Werte  von  6,1  Mill.  Mark;  indessen  werden  auch  diese  Garne
bereits  im  Inlande  gesponnen.
Die  Wollindustrie  ist  hauptsächlich  in  Massachusetts,  Pennsylvanien  und
Rhode  Island  vertreten,  außerdem  in  geringem  Maße  in  New  Jersey,  New
York  usw.  Massachusetts  erzeugt  32,6  Proz.  der  gesamten  Artikel.

*)  Leipziger  Monatsschrift  für  Textilindustrie  1911,  S.  25.
            
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