Produktion. Ein- und Ausfuhr.
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billigeren Wollstoffe, Decken usw., hersteilen. Besonders die Erzeugung der
bunten Decken und Mantelstoffe ist sehr verbreitet. Diese werden auch von
den Indianern als Hausindustrie auf primitive Weise angefertigt. Auch die
Hutindustrie hat sich in den Fabrikbetrieben gut entwickelt.
Seidenindustrie. Eine solche ist nur insoweit vorhanden, als eine kleinere
Seidenfabrik leichte seidene Schale herstellt.
Leinen- und Juteindustrie. Leinenwaren werden in größeren Quantitäten nur
von einer Fabrik hergestellt, die Spinnerei, Weberei, Bleicherei usw. besitzt und
etwa 2 Mill. Meter pro Jahr erzeugt.
Die Juteindustrie ist viel größer als die Leinenindustrie, wie aus der Ein
fuhr an Rohjute hervorgeht. Auch der Inlandsbedarf an Jutesäcken ist sehr
groß.
Ein- und Ausfuhr von Textilwaren im Jahre 1907.
Die Einfuhr an Rohstoffen und Halbfabrikaten ist ganz unbedeutend,
weil Baumwolle und Wolle in genügenden Mengen im Inlande gewonnen werden.
Auch die Einfuhr an Fertigwaren ist im Verhältnis zur Größe des Landes
nicht hoch, weil bereits eine ziemlich große einheimische Textilindustrie vor
handen ist. Ihre Produktion deckt den Inlandsverbrauch bis zu 77,2 Proz., und
nur ungefähr 22,8 Proz. werden durch Einfuhr beschafft.
Die eingeführten Fertigwaren bestehen etwa zur Hälfte aus Baumwoll-
waren, im Werte von 28,8 Mill. Mark, davon Gewebe für 16,2, Spitzen und
Stickereien für 5, Wirkwaren für 2,1 und Näh- wie sonstige Spulengarne für
4,1 Mill. Mark.
Die Einfuhr an Wollwaren im Werte von 9,6 Mill. Mark ist wesentlich
niedriger, weil Mexiko vornehmlich Baumwollwaren verbraucht.
Die Einfuhr an Seidenwaren beträgt 9,9 Mill. Mark und besteht vor
nehmlich aus Geweben und Wirkwaren.
Leinenwaren werden nur für 1,8 Mill. Mark eingeführt, dagegen beträgt
die Einfuhr an Jutesäcken 2,6 Mill. Mark.
Von der Einfuhr an Konfektionswaren entfallen ungefähr 4,9 Mill. Mark
auf Kleider und Weißwäsche, 1,3 Mill. Mark auf Hüte und 1,8 Mill. Mark auf
Posamente und Bänder.
Zur eigentlichen Ausfuhr gelangen nur rohe Baumwolle und etwas Baum-
wollabfälle.
Eingeschaltet sei noch, daß sich die Ein- und Ausfuhrwerte auf das Jahr
1907 beziehen, weil ausführliche, statistische Unterlagen von späteren Jahren,
wahrscheinlich der mexikanischen Wirren halber, nicht zu erlangen waren. Die
Einfuhr ist inzwischen in allen Fällen zurückgegangen, und zwar zeigt sich dies
auch aus den vorliegenden Ausweisen über den Gesamthandel Mexikos. Danach
betrug die Einfuhr an Garnen, Geweben und Konfektionswaren im Jahre 1912/13
54,4 Mill. Mark, während die gleiche Einfuhr nach obiger Aufstellung im Jahre
1907 63,6 Mill. Mark ergibt.