Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Inlandsrohstoffe. Produktion. 
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37* 
Welche große Bedeutung die Seidenraupenzucht für Japan hat, geht daraus 
hervor, daß im Jahre 1910 die Zahl der Betriebe und Familien, die sich mit der 
Gewinnung von Rohseide beschäftigten, 375587 betrug, und zwar waren davon 
371 533 mit weniger als 10 Arbeiter und 
4 054 „ mehr „ 10 „ 
Die Zahl der Seidenspinnereien betrug zur gleichen Zeit 2834, davon 
2 333 mit Motorbetrieb und 
SOI ohne „ 
Beschäftigt waren im Jahre 1910 in den Seidenspinnereien 
Männliche Arbeiter über 14 Jahre mit einem Durchschnittslohn von 78 Pf. pro Tag . . . 9 395 
Weibliche „ „ 14 „ „ „ „ „ 57 * „ „ . . . 163 529 
Männliche „ unter 14 „ „ „ „ „ 3 2 „ „ „ . . . 266 
Weibliche „ „ 14 „ „ „ „ » 31 »„»••• 15 348 
Flachs. Der Anbau von Flachs wird in den letzten Jahren besonders im 
nördlichen Japan sehr gepflegt, und zwar mit so gutem Erfolge, daß dort bereits 
die höchsten Durchschnittserträge pro Flektar erzielt werden. Es zeigt sich dies 
auch an der steigenden Ernte an Flachsfaser der letzten Jahre. Die Ernte be 
trug nach dem „Annuaire internationale de statistique agricole Rom“ 
1910/11 1911/12 1912/13 1913/14 
8585 t 11271t 14097 t 20620 t 
Produktion der Textilindustrie Japans. 
Die Zahl der in der Textilindustrie beschäftigten Arbeiter betrug im Jahre 
1910 425955. 
Davon waren: 
Männliche Arbeiter über 14 Jahre mit einem Tageslohn von ungefähr 77—9p Pf. .... 51954 
Weibliche „ „ 14 „ * „ „ » .. 52—58 „ . . . . 336 533 
Männliche „ unter 14 „ „ „ „ » * 27—40 „ • • • ■ 2 569 
Weibliche „ „ 14 „ „ „ „ „ * 27 42 „ . 34 899 
Der Textilindustrie kommt die große Zahl der weiblichen Arbeitskräfte 
zu statten, die 87,2 Proz. der Arbeiter beträgt, ferner der dortige äußerst 
niedrige Arbeitslohn 1 ), der, wie aus der folgenden Aufstellung zu ersehen ist, 
bei männlichen Arbeitern im Jahre 1910 pro Tag 88 Pf., bei weiblichen 
56V2 Pf- betrug. 
Von den einzelnen Industrien haben sich besonders die Baumwoll- und 
Seidenindustrie stark entwickelt. 
!) Die Arbeitsverhältnisse in Japan sind ganz abweichend von den europäischen Verhält 
nissen. Man arbeitet Tag und Nacht bei zwölfstündigem Schichtwechsel. Die Arbeiter — zumeist 
weibliche — sind vielfach den Unternehmungen auf drei Jahre verpflichtet, und diese Verpflich 
tungen lassen sich nur äußerst schwer rückgängig machen.
	        
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