Produktion.
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Die Mittelpunkte der japanischen Wirkwarenindustrie sind Osaka mit dessen
Nachbarstädten Kobe und Kyoto, ferner Nagoja und Tokio; neuerdings hat sich
auch eine kleine Heimindustrie, besonders für Strumpfwaren, in Yokohama ent
wickelt. Ende des Jahres 1912 wurden in Osaka 1451 Mitglieder der Baumwoll-
wirker-Gilde mit 9860 Arbeitern gezählt, die im Jahre 1912 folgende Werte an
Waren hergestellt haben wollen:
Artikel
Für den
japanischen Markt
Mark
Für den
ausländischen Markt
Mark
Unterwäsche
4 250000
iS 290000
Strümpfe
556 000
2 188 000
Handschuhe
308 600
428 800
Sonstiges
333 200
256 200
Japanische Handtücher
808 000
3 774 000
6 255 800
2i 937 000
In Nagoja wurden im vergangenen Jahre in 108 Häusern von 965 Arbeitern
Wirkwaren im Werte von 2 317 000 Mark hergestellt. Die amtliche japanische
Statistik, die nur solche Betriebe aufnimmt, die als Fabriken angesehen werden,
zählte im Jahre 1912 1090 Fabriken in ganz Japan mit 3625 männlichen und
4907 weiblichen, zusammen 8532 Arbeitern, die für 24 Mill. Mark Wirkwaren
herstellten. Ein Vergleich dieser Statistik mit den oben angegebenen Zahlen
zeigt, daß auf die in der amtlichen Statistik nicht mitgezählten Heimarbeiter
werkstätten, die ohne mechanischen Maschinenantrieb arbeiten, eine ganz beträcht
liche Menge der japanischen Wirkwarenerzeugung entfällt.
Die Durchschnittslöhne für Weber, die etwa dieselben wie die für Wirk
warenarbeiter sein mögen, betrugen am Ende des Jahres 1912 für Männer in
Tokio 1,15 Mark, in Kioto 1,25 Mark und in Nagoja 0,80 Mark, für Frauen in
Tokio 0,73 Mark, in Osaka 0,75 Mark und in Nagoja 0,63 Mark täglich. Die
Löhne sind allgemein in Japan in den letzten zwei Jahren etwas gestiegen.
In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts
erschienen die ersten japanischen Wirkwaren in nennenswerten Mengen auf den
Märkten Ostasiens außerhalb Japans und haben sich seitdem ein immer größeres
Absatzfeld über Indien und die Südsee bis nach Ägypten und der Kapkolonie
erobert. Selbst japanische Sachverständige im Auslande sagen japanischen Textil
waren wohl nicht zu Unrecht Unsolidität nach und' predigen den japanischen
Fabrikanten immer wieder Verbesserung der Qualität unter möglichster Aufrecht
erhaltung des niedrigen Preises, um die Absatzmärkte nicht zu verlieren. Es
finden sich fast überall in Asien und Afrika Bevölkerungsschichten, die weniger
auf die Haltbarkeit, als auf die Wohlfeilheit von Wirkwaren zu sehen gezwungen
sind. Die minderwertigsten Wirkwaren gehen von Japan nach Indien, während
nach China durchschnittlich bessere Qualitäten als die Indienausfuhrgüter ab
gesetzt werden können; dies kommt auch in den nachstehend angeführten