thumbs : Wirtschaft als Leben

Umrisse  einer  Theorie  des  Individuellen,  I,  B.

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ihr  erschließt  sich  uns  eine  Eigenwürde  des  Dinges;  wir  sprechen  sie
dem  Dinge  daraufhin  zu,  daß  uns  das  Ding,  als  unteilbares  Ganzes,
als  ein  unentbehrliches  Element  im  Aufbau  des  Allzusammenhanges ­
  gilt.  Die  so  verstandene  und  erfaßte  Individualität
des  Dinges  hat  aber  offenbar  den  Sinn  einer  allgemeingültigen
Unersetzlichkeit;  denn  wir  erfassen  mit  ihr,  wie  sich  die  Struktur
des  Einzelnen  mit  der  Struktur  des  Allzusammenhanges  wechselweise ­
  bedingt.  Dies  ist  der  Charakter,  der  dem  Singulären  erst
noch  zu  fällt.  Das  Singuläre  also  zu  individualisieren,
das  will  sagen,  das  Einzelne  aus  dem  Gesichtspunkte
einer  Erkenntnis  des  umfassenden  Ganzen  als  das
Besondere  zu  würdigen,  das  erscheint  als  die  logische
Leistung  des  Vollbegriffs.  Dieses  reifere  Ergebnis  des  idiographischen
  Denkens  muß  daher  als  Individualbegriff  bezeichnet
werden.
Nun  kann  aber  unser  Berg  sowohl  als  „isolierter  Ausläufer  des
Höhenzuges  A“  wie  auch  als  „Krönung  des  Plateaus  von  Dingskirchen
idiographisch  charakterisiert  werden.  Ergibt  dies  nun  zwei  gesonderte
Individualbegriffe  vom  X - Berg,  oder  sind  dies  Teilinhalte  eines  einzigen?
Offenbar  ist  es  ein  starres  Prinzip,  daß  von  Einem  Singulären,  von
Einem  Träger  einer  Eigenlage,  auch  nur  Ein  Individualbegriff
denkbar  ist.  Ebenso  offenkundig  ist  aber  keine  Grenze  dem  Beginnen
gezogen,  Struktur  und  Konstellation  so  aufeinander  zu  beziehen,  um
das  Konkretum  als  System  im  System  zu  erfassen.  Droht  also  nicht
die  Gefahr,  daß  dieser  Individualbegriff  bis  ins  Formlose  anschwillt?
Diesem  Bedenken  darf  man  ruhig  die  These  entgegensetzen,  daß  es
dem  Individualbegriff  tatsächlich  im  Wesen  liegt,  nie  fertig  zu
werden:  seinem  eigenen  Ausbau  ist  keine  Obergrenze
gezogenl  Suchen  wir  uns  über  die  Konsequenzen  dieser  so
Befremdlichen  Tatsache  zu  beruhigen.
Schon  in  diesem  Zusammenhänge  werden  wir  zur  Frage  gedrängt,
°b  nicht  auch  der  Individualbegriff  als  ein  dienendes  Glied  im
Ganzen  der  idiographischen  Erkenntnis  aufzufassen  wäre;  die  Antwort
tf ägt  erst  das  nächste  Kapitel  nach.  Im  Prinzipe  aber  ist  der
individualbegriff  sich  selber  ungleich  mehr  Selbstzweck  als  jeder,
auc h  der  höchst  ausgereifte  Allgemeinbegriff  1  Wenn  auch  alle
Begriffsbildung  nur  den  Sinn  hat,  die  unendliche  Mannigfaltigkeit  des
Wirklichen  gedanklich  zu  überwinden,  so  gebärdet  sich  darin  der
biographische  Begriff  doch  ganz  anders  wie  der  nomothetische.
Ein  Allgemeinbegriff  von  unendlich  vielen  Merkmalen  wäre  ein
Widerspruch  in  sich,  weil  er  seinem  Wesen  nach  ein  Werkzeug
            
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