Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

China.  Textilindustrie.

599

China.
Ein-  und  Ausfuhr  im  Jahre  1911.
In  Millionen  Mark.

Ein-  und  Ausfuhr
im  Jahre  1911

Die

ein-  und  ausgeführlen  Waren  nach  dem
Stande  der  Verarbeitung

Einfuhr

Ausfuhr

Einfuhr

Ausfuhr

Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Rohstoffe ­


Halbfabrikate ­


Fertigwaren ­


Baumwolle

412,8

59,2

2,5

184,5

225,8

59,2

—

Wolle

19,5

22,3

—

3,4

16,1

22,3

—

—

Seide

6,5

255,0

—

—

6,5

180,6

24,4

50,0

Leinen,  Jute  und  Ramie  .

9,8

11,8

—

—

9,8

6,1

—

5,7

Konfektion

15,8

3,7

—

—

15,8

—

3,7

464,4

352,0

2,5

187,9

274,0

268,2.

24,4

59,4

Die  gesamte  Ein-  u.  Ausfuhr

  beträgt

1327,1

1068,1

—

—

—

—

—

—

Der  Anteil  der  Textilindustrie

  am  Außen-Pro

  z.

Proz.

handel  beträgt  demnach

35,0

32,9

—

—

—

—

—

—

Annähernd  der  dritte  Teil  aller  ein-  und  ausgeführten  Werte  in  China
bezieht  sich  auf  die  Textilindustrie.  Die  Einfuhrsumme  ist  nicht  wesentlich
höher  als  in  Japan,  doch  besteht  die  Einfuhr  in  China  zum  größten  Teil  aus
Halbfabrikaten  und  Fertigwaren,  hingegen  die  Japans  zum  größten  Teil  aus
Rohstoffen.
Die  Textilindustrie  Chinas  ist  eine  der  ältesten  Industrien  der  Welt,  aber
in  ihrer  Entwickelung  ist  sie  stark  zurückgeblieben.  Ihr  Hauptgebiet  war  früher
und  ist  auch  heute  noch  die  Klein-  und  Hausindustrie.  Erst  in  den  letzten
Jahrzehnten  wurden  die  Baumwollspinnereien  und  Webereien  auf  fabrikmäßiger
Grundlage  errichtet,  aber  die  Erfolge  waren  im  Anfang  sehr  geringe.  In  den
letzten  Jahren  erst  konnten  sie  sich  so  weit  entwickeln,  daß  sie  einen  kleinen
Teil  des  großen  inländischen  Bedarfs  zu  decken  vermochten.
Es  fehlt  hier  zumeist  an  entsprechendem  Unternehmungsgeist  und  an  Kapital,
so  daß  es  noch  viele  Jahre  dauern  kann,  bis  eine  wirkliche  industrielle  Entwickelung ­
  einsetzt.  Dabei  sind  die  Verhältnisse  für  die  Textilindustrie  in  China
insofern  günstige,  als  die  Rohstoffe  für  diese  im  Inlande  selbst  in  großen  Mengen
gewonnen  werden.  Auch  stehen  brach  liegende  Arbeitskräfte  genügend  zur
Verfügung.
Im  Klein-  und  Hausbetrieb  werden  bis  jetzt  die  Baumwoll-  und  Seidenindustrie ­
  am  stärksten  betrieben.
            
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