Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Persien.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  ungefähr  folgende  Rohstoffe  gewonnen:

31  600  t  rohe  Baumwolle  im  ungefähren  Werte  von  26,9  Mill.  Mk.
24  0001  rohe  Wolle  „  „  „  „  24,0  ,  „
SOO  t  Rohseide  „  „  „  „  13,5  „  „
64,4  Mill.  Mk.

Baumwolle.  Diese  wird  in  Persien  in  zunehmendem  Maße  angebaut.  Die
Baumwolle  ist  in  Qualität  nicht  besonders  gut,  sondern  sehr  kurzstaplig  und  spröde.
Es  zeigt  sich  dies  beispielsweise  darin,  daß  in  Rußland  der  Einfuhrwert  der  persischen ­
  Baumwolle  1912  nur  853  Mark  per  Tonne  betrug  gegen  den  Einfuhrwert
von  1158  Mark  per  Tonne  für  amerikanische  Baumwolle.  Nur  ein  kleiner  Teil
wird  im  Inlande  verarbeitet,  während  der  größte  Teil  nach  Rußland  ausgeführt  wird.
Die  Ausfuhr  betrug  im  Jahre  1902/03  14112  t  und  im  Jahre  1912/13  26918  t.
Wolle.  Die  Wollproduktion  Persiens  ist  sehr  groß  und  ihre  Qualität  ist,
je  nach  der  Gegend,  aus  der  sie  stammt,  sehr  verschieden.  Der  größte  Teil  der
Wolle  wird  im  Inlande  verarbeitet  und  nur  ein  kleiner  Teil  gelangt  zur  Ausfuhr. ­
  Die  Haupthandelsplätze  sind:  Mesched,  Kirman,  Schiras,  Kirmanschah
und  Täbris.  Kamelwolle  wird  hauptsächlich  im  Süden  Persiens  verwendet,
ein  wichtiger  Ausfuhrplatz  hierfür  ist  Bender-Abbas.  Die  Menge  der  in  Persien
gewonnenen  Wolle  läßt  sich  nicht  bestimmen,  nur  schätzungsweise  kann  sie  mit
20  000  bis  24000  t  angenommen  werden.
Ausgeführt  wurden  im  Jahre  1902/03  2890  t  im  Werte  von  .  .  .  .  1,8  Mill.  Mk.
„  „  1911/12  4600  t  „  „  „  ....  4,3  „  „
„  „  „  „  1912/13  4300t  „  „  4,2  „  „
Seide.  Die  Seidenraupenzucht  ist  in  Persien  seit  Jahrhunderten  stark
verbreitet;  sie  konnte  jedoch  keine  besondere  Ausdehnung  erlangen,  weil  sie
auch  heute  noch  zur  primitivsten  Industrie  der  Landbevölkerung  zählt.  Dementsprechend ­
  ist  auch  die  jährliche  Gewinnung  an  Rohseide  eine  sehr  wechselnde;
in  den  letzten  Jahren  zeigt  sich  eher  ein  Rückgang  als  ein  Fortschritt.
Es  wurden  ausgeführt:

1903/04  1972,0  t  Kokons  im  Werte  von  9,85  Mill.  Mk.  und
61,31  Rohseide  „  „  „  0,97  „  „
1912/13  1  116,0  t  Kokons  „  „  „  4,36  „  „  und
31,0t  Rohseide  „  „  „  0,66  „  „

Auch  das  Spinnen  der  Rohseide  wird  von  der  Landbevölkerung  besorgt;
eigentliche  Filanden  gibt  es  nicht  bzw.  nur  eine  in  Rescht,  die  sich  aber  nicht
besonders  entwickelt 1 ).  Der  größte  Teil  der  Kokons  wird  in  getrocknetem  Zustande ­
  ausgeführt  und  ein  kleinerer  Teil  als  Rohseide.  Die  Qualität  der  pert)
  Nach  einem  Bericht  der  österr.-ungar.  Gesandtschaft  Teheran  im  „Handelsmuseum“  Wien
1914,  S.  97.
            
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