Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Ein-  und  Ausfuhr.

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Wollstoffe.  Die  Einfuhr  ist  weiter  zurückgegangen,  und  zwar  von
2  268937  m  im  Jahre  1912  auf  l  870  559  m  (Wert  7,8  Mill.  Mark)  im  Jahre  1913.
Gefärbte  Stoffe  für  Eingeborene  sind  vornehmlich  österreichischer  Herkunft. ­
  Stoffe  für  Damenkonfektion  kommen  in  erster  Linie  aus  Frankreich,
ferner  aus  Deutschland  und  Österreich-Ungarn.  Für  Herrenkleiderstoffe,  von
den  billigen  gemusterten  für  Eingeborene  bis  zu  den  feinsten  für  Europäer,  bleibt
Großbritannien  der  Hauptlieferant.
Orientalische  wollene  Teppiche  kamen  im  Werte  von  1,06  Mill.  Mark
aus  Persien  und  der  Türkei,  europäische  im  Werte  von  1,3  Mill.  Mark  zu  90Proz.
aus  England,  im  übrigen  aus  Frankreich.  Eingeführt  werden  bedruckte,  gewebte
und  samtartige  Teppiche.  Die  britischen  sind  billiger  als  die  französischen  und
daher  leichter  verkäuflich.
Wollene  und  halbwollene  Decken  werden  zu  fünf  Achtel  aus  Tunis
und  Algerien,  zu  einem  Fünftel  aus  England,  im  übrigen  aus  Frankreich,
Marokko  und  Tripolitanien  bezogen.  Die  Decken  werden  fast  ausschließlich
von  den  Eingeborenen  gekauft.
Seidenstoffe  kamen  zu  zwei  Fünftel  aus  Frankreich,  zu  einem  Drittel
aus  China  und  Japan,  sonst'  hauptsächlich  aus  Italien.  Seidene  Bänder  und
Spitzen  waren  fast  ganz  französischer  Herkunft.
Glatte  Stoffe  aus  Leinen  und  Hanf  (ungebleichte,  bedruckte  und  gefärbte ­
  Stoffe,  Tischzeug,  Leinenstoffe  für  Bettücher  und  Bettkissen,  Zwillich  und
Stoffe  für  Vorhänge)  wurden  zu  je  40Proz.  aus  England  und  Belgien,  im  übrigen
meistens  aus  Frankreich  bezogen.  Billige  Leinenstoffe  für  Hemden  sind  vorzugsweise ­
  belgischer  Herkunft  und  werden  von  den  Eingeborenen  viel  gekauft.  Tischzeug ­
  kommt  viel  aus  England  und  findet  in  den  großen  Hotels  guten  Absatz.
Gewöhnliche  Stoffe  aus  Leinen,  Hanf  und  Jute  (hauptsächlich  Stoffe
für  Verpackungen)  wurden  zur  Hälfte  aus  England  und  Britisch-Indien,  außerdem
zu  je  einem  Sechstel  aus  Holland  und  der  Türkei,  sowie  ferner  aus  Frankreich
und  Österreich-Ungarn  bezogen.
Gemischte  Gewebe  aus  Jute,  Baumwolle,  Wolle,  Leinen,  Seide  (namentlich ­
  Möbelstoffe  und  gemischte  Stoffe  für  Konfektion).  Die  Einfuhr  ist  von
6,0  Mill.  Mark  im  Jahre  1912  auf  5,75  Mill.  Mark  im  Jahre  1913  weiter  gefallen.
Die  Einfuhr  fertiger  Wäsche  hat  sich  gegen  das  Vorjahr  wieder  etwas
vermehrt.  Die  Haupteinfuhrländer  waren  Frankreich,  England,  Österreich-Ungarn;
außerdem  lieferten  Japan,  die  Türkei,  Italien  und  Deutschland.  Herrenwäsche
ist  hauptsächlich  britischer  und  österreichischer  Herkunft,  wobei  der  Bedarf  für
die  Regierung  ausschließlich  durch  britische  Ware  gedeckt  wird.  Damen-  und
Kinderwäsche  ist  französische  Spezialität.
Der  Wert  der  eingeführten  Wirkwaren  hat  sich  von  3,96  Mill.  Mark  im
Jahre  1912  auf  5,22  Mill.  Mark  im  Jahre  1913  gehoben.  Frankreich  setzt  nur
Strumpfwaren  ab.  Italiens  Spezialität  sind  billige  baumwollene  Unterkleider,
die  auch  aus  Japan  und  Spanien  kommen.  Wollene  Unterkleider  sind  meistens
britischer  Herkunft.

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